Mit Tschick hat Regisseur Fatih Akin den beliebten Jugendroman von Wolfgang Herrndorf auf beeindruckende Weise verfilmt. Die Geschichte über Maik und Tschick, zwei Außenseiter, die sich in den Sommerferien in einem alten, geklauten Lada auf eine spontane Reise quer durch die deutsche Provinz begeben, funktioniert auf der Leinwand genauso gut wie im Buch. Akin gelingt es, die besondere Art des Romans einzufangen: das Gefühl von Freiheit, die Unsicherheit des Erwachsenwerdens und die überraschende Kraft von Freundschaft. Die jungen Hauptdarsteller Tristan Göbel und Anand Batbileg wirken so authentisch, dass man das Gefühl hat, selbst mit ihnen im Auto zu sitzen. Gerade dieses Zusammenspiel aus Humor, Leichtigkeit und stillen, nachdenklichen Momenten macht den Film für Jugendliche wie Erwachsene gleichermaßen sehenswert.
Besonders bemerkenswert: Tschick wurde nicht nur von vielen gelobt — der Film wurde offiziell ausgezeichnet. So gewann er 2017 den EFA Young Audience Award, einen Preis der European Film Academy, der von Jugendlichen in ganz Europa entschieden wird. Auch der Bayerische Filmpreis wurde an Tschick verliehen — in der Kategorie „Bester Jugendfilm”. Diese Auszeichnungen zeigen deutlich: Der Film ist nicht nur unterhaltsam, sondern erreicht mit seiner Erzählweise und Inszenierung ein Publikum, das weit über die Fans des Romans hinausgeht.
Fatih Akin zählt seit Jahren zu den wichtigsten deutschen Filmemachern — und Tschick zeigt einmal mehr sein Gespür für lebendige Figuren und starke Geschichten. Wer nach dem Film Lust bekommt, mehr von ihm zu sehen, kann sich beispielsweise ,,Gegen die Wand“, ,,Soul Kitchen“ oder ,,Aus dem Nichts“ anschauen – drei sehr unterschiedliche Werke, die seine Bandbreite und seine besondere filmische Handschrift zeigen.
Mit Tschick ist ihm eine moderne, energiegeladene Roadmovie-Adaption gelungen, die den Geist des Romans respektiert und gleichzeitig eine eigene filmische Sprache findet. Es ist ein Film über Freundschaft, Mut und die Suche nach Identität – und ein Beleg dafür, dass gute Jugendgeschichten auch im Kino erfolgreich sein können.
Malik Popal , 9d