„Wie ein Fisch im Baum“ von Lynda Mullaly Hunt
„Jeder ist auf seine Weise klug. Aber wenn du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben lang glauben, er sei dumm.“
Die elfjährige Ally hat ein Geheimnis: Sie kann weder lesen noch schreiben. Dadurch wird sie im Alltag vor große Probleme gestellt. Nachdem sie ihrer schwangeren Lehrerin versehentlich eine Beileidskarte schenkt und ein ernstes Gespräch mit ihrer Mutter führt, wird sie immer wieder von ihrer niederträchtigen Mitschülerin Shay verspottet, getriezt und ausgegrenzt. Ally ist regelmäßig Gast im Büro der Schuldirektorin. Hinzu kommt, dass ihr geliebter Großvater vor einiger Zeit gestorben und ihr Vater schon monatelang auf einem Militäreinsatz ist.
Doch auf einmal soll sich alles ändern: Die Klasse bekommt einen neuen Lehrer und Ally ein wenig Hoffnung. Mr. Daniels erkennt, dass das Mädchen gar nicht so simpel gestrickt ist, wie es auf den ersten Blick erscheint. Im Gegenteil: Ally ist sehr klug und kann wunderbar zeichnen. Er ist der erste, der hinter die Fassade blickt. Der Lehrer bietet ihr nach der Schule einen Schachkurs an. Er bemerkt, dass sie Probleme mit Buchstaben hat. Für sie ist es, als ob sie tanzten, sprängen und Salti schlügen. Auf keinen Fall bleiben sie brav auf ihrem Platz! Mr. Daniels macht mit dem Mädchen einen Test. Das Ergebnis: Sie leidet an einer Lese-Rechtschreib-Störung, kurz LRS. In der nächsten Schulstunde demonstriert er, wie viele bekannte Menschen Legasthenie (LRS) hatten und doch, oder vielleicht gerade deshalb, so intelligente Köpfe waren. Alexander Graham Bell, Erfinder des Telefons, Albert Einstein, berühmter Verfasser der Relativitätstheorie, Agatha Christie, eine der beliebtesten Krimiautorinnen denn je, Leonardo da Vinci, Maler der Mona Lisa, Pablo Picasso, ebenfalls begabter Maler, Muhammad Ali, Boxweltmeister im Schwergewicht, Walt Disney, Schöpfer der Micky Maus, … Diese Liste ließe sich fast endlos fortsetzen. Aber niemand käme auf die Idee, besagte Personen als dumm zu bezeichnen. Das wird auch Ally klar. Schließlich findet sie Selbstbewusstsein und eine beste Freundin und einen guten Kumpel und hilft ihrem freundlichen Bruder Travis, ebenfalls lesen zu lernen.
Das Buch ist 2015 unter dem Titel „Fish in a Tree“ erschienen und wurde 2018 aus dem amerikanischen Englisch ins Deutsche übersetzt. Mir gefällt es sehr gut, da es so detailliert geschrieben ist, dass man glatt denken könnte, man wäre selbst das Mädchen, das so gut zeichnen kann.
Veröffentlicht wurde das Buch beim Verlag cbt und es kostet 11 €.
Sophia, 6b
