Was ist Schadsoftware? Teil 1/4
Die größte Gefahr für eure Computer ist oft nicht einmal sichtbar. Im Hintergrund könnten Programme laufen, die auf den ersten Blick von euch nicht installiert wurden. Sie stehlen Daten, schürfen Kryptowährungen mit der Rechenleistung eures Computers und verlangsamen euren Computer allgemein. Diese Programme nennt man Malware – auf Deutsch: Schadsoftware.
Als Schadsoftware bezeichnet man bösartige Software, die entwickelt wurde, um gezielt den Computer oder dessen Nutzer zu schädigen. Es gibt jedoch viele verschiedene Arten von Schadsoftware, die alle unterschiedliche Ziele verfolgen.
Viren
Ein Computervirus ist eine Art Schadsoftware, die sich selbst auf andere Dateien überträgt. Wird eine infizierte Datei ausgeführt, kann sich ein Virus weiterverbreiten und verschiedene Schäden verursachen, wie das Verändern oder Löschen von Dateien sowie die Beeinträchtigung der Leistung des Computers.
Viren können diese Folgen haben:
- infiziert nach Ausführung einer infizierten Datei andere Dateien
- verbreitet sich durch diese Dateien weiter
- benötigt meist eine Aktion des Nutzers, wie z. B. das Öffnen einer Datei.
Würmer
Würmer funktionieren ähnlich wie Viren, verbreiten sich aber selbstständig. Sie versuchen meist, andere Geräte im selben Netzwerk zu infizieren.
Ransomware
Ransomware ist eine besonders gefährliche Art von Schadsoftware. Nach der Installation verschlüsselt sie Dateien (wie Videos, Fotos usw.), auf die man dann als Nutzer keinen Zugriff mehr hat. Die Angreifer verlangen meist Lösegeld („Ransom“), oft in Kryptowährungen, im Tausch gegen die Entschlüsselung der Dateien. Das Freigeben eurer Daten nach der Bezahlung ist jedoch nicht garantiert! Wenn man nicht auf die Forderungen eingeht, drohen Erpresser oft damit, sensible Daten zu veröffentlichen.
Spyware
Spyware ist eine Art von Schadsoftware, die den Nutzer heimlich ausspioniert und sensible Daten an Dritte weitergibt. Sie sammelt Passwörter, Suchanfragen oder andere persönliche Daten.
Adware
Adware ist eine Art von Schadsoftware, die Werbung auf deinem Computer anzeigt. Dazu gehören Pop-ups, Banner und Weiterleitungen zu anderen Webseiten. Obwohl Adware meist harmloser ist als andere Schadsoftware, da sie normalerweise keine Dateien beschädigt oder verschlüsselt, dient sie hauptsächlich dazu, Werbeeinnahmen zu generieren.
Trojaner
Das Trojanische Pferd, auch Trojaner genannt, zählt zu den interessantesten Arten von Schadsoftware, da es oft unbemerkt im Hintergrund arbeitet. Der Name stammt aus der griechischen Mythologie. Genau wie das Pferd tarnt sich ein Trojaner als nützliches und harmloses Programm, um unbemerkt auf den Computer zu gelangen. Nach der Installation kann ein Trojaner Passwörter stehlen, Cookies auslesen, den Computer fernsteuern, Tastatureingaben protokollieren oder Angreifern Administratorrechte auf eurem System verschaffen. Manche Trojaner öffnen sogenannte „Backdoors“, also versteckte Zugänge, über die Angreifer auch nach Entfernung des Trojaners weiterhin Zugriff auf euer System haben. Ein Trojaner installiert oft auch andere Schadsoftware, zum Beispiel als Dateien oder Browser-Erweiterungen. Das ist besonders heimtückisch, da solche Komponenten bei der Systemreinigung oft unbemerkt bleiben und den Trojaner neu installieren können. Er versucht außerdem oft, sich mit euren gestohlenen Daten in eure Accounts einzuloggen und die Passwörter zu ändern, um euch auszusperren. Gestohlene Daten werden häufig im Darknet gehandelt oder für weitere Angriffe benutzt.
Was ihr tun könnt, damit euren Rechnern nichts passiert, erfahrt ihr in den anderen drei Teilen unserer Informationen zu Schadsoftware.
Finn Krause, 9b
