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Die Mottowoche zum Abitur – für immer Vergangenheit?

Jedes Jahr vor den Osterferien feiert der 13. Jahrgang seine letzte Schulwoche mit einer „Mottowoche“, denn nach den Ferien findet für die Schüler:innen kein Unterricht mehr statt, stattdessen haben sie ihre Abiturprüfungen.
In dieser Woche verkleiden sich die Schüler:innen jeden Tag entsprechend eines neuen „Mottos“ und laufen – begleitet von Musik – durch die Schule und statten jeder Klasse Besuch ab. Für die ganze Schule eigentlich ein Highlight! Oder etwa doch nicht?! Schon in diesem Schuljahr wollte die Schulleitung die Mottowoche verbieten. Nur dank einer Petition mit Unterschriften vieler Lehrkräfte und der Vereinbarung über einen geregelten und knapperen Ablauf wurde sie doch noch möglich gemacht.
Wie sieht das jetzt für die nächsten Jahre aus?

In gewisser Weise verstehe ich die Kritikpunkte einiger Lehrkräfte gegenüber der Mottowoche: Die Abiturient:innen platzen in die Klassenräume rein und stören den Unterricht. Vor einigen Jahren waren diese auch alkoholisiert. Das ist natürlich ein No-Go. Dass sich das ändern musste, war selbstverständlich. Und es hat sich auch geändert! Von Alkohol ist seit Jahren keine Spur mehr.

Einige kritisieren auch, dass das „Stürmen“ der Klassenräume und die laute Musik den Unterricht stören würden, doch mal ganz ehrlich: Verpassen wir in der letzten Woche vor den Ferien so viel, wenn die Abiturienten fünf Minuten pro Tag den Unterricht unterbrechen? Gerade die Zeit vor den Ferien eignet sich doch perfekt: Die Arbeits- und Klausurphasen sind, meistens, gerade vorbei, viele sind auf Klassenfahrt oder auf Sprachaustauschfahrten, die elfte Klasse ist im Praktikum und der Rest sehnt sich nur noch den Ferien entgegen.

Am allerwichtigsten aber ist es mir, deutlich zu machen, dass diese Mottowoche für jeden Bettinaschüler und jede Bettinaschülerin eine Tradition geworden ist. Seit der fünften Klasse gehen die meisten von uns auf diese Schule. Seit der fünften Klasse werden wir hier aufs Abitur vorbereitet. Seit der fünften Klasse sehen wir jährlich, wie die Abiturienten ihre abgeschlossene Schulzeit feiern. Und seit der fünften Klasse freuen wir uns darauf, an ihrer Stelle zu stehen!

Die Bettinaschule ist ein Gymnasium und dementsprechend stark ist der Leistungsdruck: Von der 5. bis zur 13. Klasse werden wir auf unser Abitur vorbereiten. Dass heißt, permanent wird uns – schon von Anfang an – eingetrichtert: ,,Das braucht ihr aber fürs Abitur!“, ,,Ihr seid hier um euer Abitur zu machen!“, ,,Ihr müsst den ganzen Stoff fürs Abi wissen!“ .
Ein bisschen angsteinflößend, oder nicht? Genau aus diesem Grund war die Mottowoche für mich immer ein Teil der Schulzeit, der den Gedanken an das herannahende Abitur etwas angenehmer gemacht hat.

Meinungen zur Mottowoche

Ich wollte auch eure Meinungen zur Mottowoche kennenlernen und habe mich ein bisschen umgehört in verschiedenen Jahrgangsstufen:

,,Ich freue mich seit der 5. Klasse auf meine Mottowoche! Ich schaue mir jedes Mal auch gern die Mottowochen anderer Schulen an und empfinde das als einen sehr unterhaltsamen, harmlosen und spaßigen Ausklang nach 13 Jahren Schulen. Ich habe schon Kostüme im Kopf, seit ich in der 9. Klasse bin, und halte eine letzte Woche mit Feiern und Spaß für einen wichtigen und berechtigten Abschluss unserer Schulzeit. Ich verstehe, dass es gewisse Bedenken gibt und man vielleicht auch bestimmte Regeln oder Abmachungen für nötig hält, aber so ein wichtiges abschließendes Event ganz abzusagen finde ich recht unfair, weil so viele sich schon so lange darauf freuen.“

,,Ich fand die Mottowoche an unserer Schule sehr einfallsreich und eine schöne Abwechslung zum normalen Unterricht. Die Abiturienten haben sogar Konfetti und Bonbons geworfen und wir haben mit den Lehrern darüber gescherzt, auch wenn manche von Ihnen die Mottowoche nicht so toll finden. Es war laut, aber trotzdem lustig!“ –

,,Ich finde, die Mottowoche zeigt einen einmaligen Zusammenhalt im Jahrgang. Alle feiern, dass sie die Schule hinter sich lassen und so ermöglicht die Mottowoche einen positven Abschluss der Schulzeit.“

,,Die Mottowoche ist ein Event, auf das ich mich seit der Mittelstufe freue. Es ist ein Zeichen dafür, dass man es geschafft hat und, dass ,,nur“ noch die Prüfungen bevor stehen. Es ist die letzte Woche, die man  gemeinsam mit seinen Mitschülern verbringt und das sollte doch, meiner Meinung nach, gefeiert werden.“

Abschließend bleibt mir nur noch zu sagen, dass ich für die Zukunft hoffe, dass wir uns gemeinsam dafür einsetzen, eine Mottowoche, die für ALLE angenehm ist, zu ermöglichen.

von Hanna Zanolin, Q2