Geliebte Nervensägen! Unsere Geschwister…
„Jetzt hat er mir schon wieder mein Heft weggerissen! Jetzt singt er schon wieder genau in dem Moment, in dem ich mich wirklich konzentrieren muss, laut irgendeine Fußballhymne! Jetzt hat er schon wieder …!“
Vielleicht seid ihr auch das „große“ Geschwisterkind in eurer Familie und kennt solche Situationen, wie ich sie mit meinem Bruder erlebe. Manchmal will man dieses kleine (oder große) „Biest“ einfach nur auf den Mond schießen! Trotzdem denkt man oft: „Gut, dass ich ihn habe.“ Ich meine: Was wäre ein langweiliger Familienspaziergang („in der wunderschönen Abendsonne …“), wenn man unterwegs nicht mit dem kleinen Bruder Stadt, Land, Fluss spielen könnte? Oder eine ellenlange Fahrt im stickigen Auto, in der man sich vor lauter „Ich-werde-gleich-verrückt“-Gefühl kaum noch retten kann, wenn man sich allein mit den Eltern über die Musik oder das Hörspiel streiten muss statt mit ihm? Dann findet man doch irgendwie: „Schön, dass er da ist.“
Es fühlt sich dann manchmal so an, als würde man Achterbahn fahren. Hoch, runter, hoch, runter und vielleicht noch ein kleiner Looping. Heute ist es so, morgen wieder anders. Jetzt ist alles prima, und morgen ärgert er einen wieder bis zum Gehtnichtmehr. Das sind zumindest meine Erfahrungen mit meinem kleinen Bruder. Sagen wir es mal so: Wir sind nicht immer ein Herz und eine Seele. Es gibt aber Geschwister, die sich (fast) immer wirklich gut verstehen. Aber warum ist das so?
Mittlerweile glauben Forscherinnen und Forscher, dass es weniger vom Geschlecht, dem Charakter, dem Altersabstand oder der Geburtenreihenfolge abhängt, wie gut sich Geschwister verstehen. Wichtiger ist vielmehr, wie die Eltern mit ihren Kindern umgehen, wie sie ihnen beibringen, Konflikte zu lösen, und wie sie aus ihnen ein Team machen. Was für Eltern oft gar nicht so leicht ist, wenn ein, zwei, drei, vier oder sogar fünf Kinder gleichzeitig etwas von ihnen wollen.
Die einen können sich voreinander kaum retten, und die anderen sind am Boden zerstört, wenn sie sich auch nur für kurze Zeit nicht sehen. Und spielt es eigentlich eine Rolle, ob man der oder die Älteste oder der oder die Jüngste ist? Die Großen sind die Vernünftigen, die Kleinen die Nesthäkchen und die Mittleren diejenigen, die es allen recht machen wollen. In diese Schubladen hat man Geschwister früher gerne eingeteilt. Aber so einfach ist das natürlich nicht.
Die meisten Geschwister sind täglich zusammen und damit im Wettstreit um dieselben Dinge: den letzten Schokokeks, das iPad, die Aufmerksamkeit der Eltern oder die Kuscheldecke. Und das ist anstrengend. Ständig muss man verhandeln und diskutieren, nachgeben oder recht behalten. Also kann man das alles nicht so genau sagen. Letztendlich hat man seine Geschwister dann doch irgendwie lieb.
Bekannte Geschwisterpaare, die viele von euch kennen, sind zum Beispiel Hanni und Nanni, die Ehrlich Brothers, die Brüder Grimm, die Geschwister Scholl und Hänsel und Gretel.
(Quelle: CheckPod – der Podcast mit Checker Tobi)
Sophia Scardillo, 6a
