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Was ist eigentlich die Wehrpflicht?

2025 gab es im Bundestag eine Debatte zur Wiedereinführung der Wehrpflicht. ‚Alle männlichen Personen ab 18 Jahren sind dazu aufgerufen, einen Wehrdienst bei der Bundeswehr abzuleisten. Das ist neu, denn seit 2011 war in Deutschland WehrDIENST vollkommen freiwillig. Dazu erfahrt ihr mehr in dem folgenden Beitrag. Überall in Deutschland gab es Demonstrationen dagegen, vor allem von Jugendlichen, die in den nächsten Jahren davon betroffen sind – wie auch wir Schüler (!) der Bettinaschule.
Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr mitdiskutieren würdet zu diesem Thema und uns eure Meinung schickt unter bettiversum@bettinaschule.de.

Früher war die Wehrpflicht in vielen Ländern üblich, auch in Deutschland. In den meisten Ländern konnte man jedoch – aus religiösen oder ethischen Gründen – die Wehrpflicht verweigern und stattdessen einen Zivildienst machen. Im Rahmen eines Zivildienst arbeitet man in einem sozialen Dienst, zum Beispiel in der Pflege, im Seniorenheim oder im Krankenhaus, leistet also einen wichtigen Beitrag zum sozialen Miteinander in der Gesellschaft.

Inzwischen haben in Europa 16 Staaten eine Wehrpflicht und die Zahl steigt: Immer mehr Länder führen eine Wehrpflicht ein – darunter auch Deutschland. Nach vielen Debatten haben CDU und SPD am 5. Dezember 2025 das Gesetz zur Wehrpflicht reaktiviert und modernisiert, weshalb nun alle männlichen Personen, die nach dem 1.Januar 2008 geboren wurden, mit 18 Jahren zur sogenannten Musterung gehen müssen. Bei einer Musterung überprüft eine staatliche Behörde überprüft, ob die Betreffenden dienstfähig sind.

Der Beitritt zur Bundeswehr ist zunächst für alle freiwillig. ABER: Falls sich aber nicht genug Menschen freiwillig melden, kann durch ein Zufallsverfahren per Los jede Person eingezogen werden. Das heißt, theoretisch kann jede männliche Person unter uns Bettinaschülern zum Militär „müssen“. Man kann diesen Dienst an der Waffe verweigern – doch die Verweigerung muss seitens der staatlichen Stellen nicht akzeptiert werden.

Die Wehrpflicht wird von der aktuellen Bundesregierung wieder eingeführt, obwohl in Umfragen zur Wehrpflicht die große Mehrheit der potenziell Betroffenen zwischen 18 und 29 Jahren klar dagegen sind, denn nur 29 Prozent aller jungen Menschen haben sich für eine Wehrpflicht ausgesprochen.

Es gibt auch Kritik daran, dass die Wehrpflicht nur für männliche Personen gedacht ist, was auf einem ziemlich veralteten Rollenbild beruht. Das Losverfahren wird von vielen Betroffenen und auch Politiker:innen als verfassungswidrig gesehen. Es wird z.B. argumentiert, dass überhaupt nicht genug Ressourcen für die Wehrpflicht vorhanden seien – es brauche viel mehr Unterkünfte zum Beispiel und Ausstattung. Vor allem aber gibt es ethische Bedenken, da, so die Auffassung, mit einer Wehrpflicht der Staat seine Bürger zum Töten zwingt und natürlich die Soldatinnen und Soldaten auch selber sterben können.

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Die Bundesregierung hat trotz deutlicher Kritik die Wehrpflicht wieder eingeführt, auf die Stimmen der Betroffenen, also der Jugend, wurde dabei nicht gehört, obwohl Umfragen deutlich gemacht haben, dass weit über 60 Prozent der Jugendlichen klar dagegen sind. Sie werden jetzt zum Kriegsdienst gezwungen.
Wenn ihr aus ethischen Gründen verweigern wollt und dabei Hilfe braucht, recherchiert im Internet. Es gibt viele Webseiten, die euch dabei helfen können.

Donatello Porello

P.S. Bitte lasst uns eure Meinung wissen! Schreibt an: bettiversum@bettinaschule.de. Wir veröffentlichen eure Kommentare nach den Ferien einer eigenen Rubrik. Das ist auch anonym möglich.