Lehrer des Monats März: Herr Schmidt
In unserer neuen Rubrik ,,Lehrer:in des Monats“ stellen wir als Redaktion euch jeden Monat eine Lehrkraft vor, die uns in letzter Zeit aufgefallen ist. Sei es durch besondere Projekte oder weil es zum Beispiel eine außergewöhnlich gute Stimmung im Unterricht gibt, durch die das Lernen mehr Spaß macht. Für den Monat März ist die Wahl auf Herrn Schmidt gefallen.
Unsere Leser:innen können gerne selbst Lehrkräfte vorschlagen – besprecht euch in euren Klassen und Kursen, beim Klassenrat oder Kurstreffen. Und dann schreibt euren Vorschlag einfach an bettiversum@bettinaschule.de.
Bettiversum : Welche Fächer unterrichten Sie und haben Sie ein „Lieblingsfach“?
Mein Name ist Alexander Schmidt – ich habe die Fächer Mathematik und Latein mit den Beifächern Physik und Astronomie studiert. Leider gibt es in Hessen Astronomie nicht als Unterrichtsfach wie in Sachsen-Anhalt oder MV. Das habe ich immer sehr gerne unterrichtet.
Am meisten macht mir Latein Spaß. Eine Schülerin schrieb mal in einer Abi-Zeitung: „Latein war das einzige Fach, bei dem ich den Eindruck habe, dass ich auf das Leben vorbereitet werde.“ Das fasst es eigentlich ganz gut zusammen, warum es so wertvoll ist.
Bettiversum: Was mögen Sie an Ihrem Beruf am meisten?
Herr Schmidt: Die Gespräche mit den Schülerinnen und Schülern. Ob auf dem Pausenhof, auf dem Gang oder im Unterricht.
Bettiversum: Wer sind Sie, woher kommen Sie und was wissen die meisten noch nicht über Sie?
Herr Schmidt: Ich komme gebürtig aus Heidelberg, habe in Weinheim, also im Norden von Baden-Württemberg, Abitur gemacht, bin dann zum Studium nach Rostock in Mecklenburg-Vorpommern gegangen und habe dort schon während des Studiums angefangen, an der katholischen kooperativen Gesamtschule zu unterrichten. Dort habe ich dann mein Referendariat gemacht und drei Jahre lang unterrichtet. 2016 bin ich dann nach Wittenberg in Sachsen-Anhalt gegangen, der Stadt, in der Martin Luther lebte, und war dort sieben Jahre lang am Lucas-Cranach-Gymnasium. Die Schule gibt es mittlerweile nicht mehr. Dort war ich erst als schulfachlicher Koordinator, dann als stellvertretender Schulleiter tätig. 2023 bin ich dann nach Frankfurt gekommen und war dort erst ein halbes Jahr lang an der Carl-von-Weinberg-Schule und bin dann an die Bettinaschule gekommen. Und ich glaube, dass viele vieles von mir wissen, also kann ich nicht sagen, was fast niemand über mich weiß.
BV: Was war Ihr Traumberuf als Kind?
Herr Schmidt: Ich hatte mehrere Überlegungen. Als erstes wollte ich Lehrer werden, dann wollte ich ein Theologiestudium machen, um Pfarrer zu werden, ich dachte aber auch über Berufe in der Wirtschaft nach, ich wollte Wirtschaftsmathematik studieren, um an die Börse zu gehen.
BV: Lesen Sie das Bettiversum?
Herr Schmidt: Hin und wieder schaue ich rein, ich muss aber ganz ehrlich gestehen, seit es das nicht mehr in der gedruckten Version gibt, ist die Motivation nicht so groß.
BV: Das ist schade! Dazu würden wir gerne anmerken, dass es für uns als Redaktion wichtiger ist, mehrmals pro Schuljahr Artikel veröffentlichen zu können druch die Online-Version. Wir können so eine gewisse Aktualität für die Schülerinnen und Schüler gewährleisten. Bei der gedruckten Form hat es uns stark an dieser Flexibilität gemangelt.
Kommen wir zurück zu Ihrer Zeit als Schüler: Hatten Sie schon in Ihrer Schulzeit Latein, und wenn ja, was war Ihre schlechteste Note?
Herr Schmidt: In meiner Schulzeit hatte ich Latein als erste Fremdsprache. Ich glaube, eine fünf hatte ich nie, die schlechteste Note war vermutlich eine vier. Ich kann mich – ehrlich gesagt – nicht daran erinnern, dass ich in Latein eine richtig schlechte Note hatte. In Mathe ja, in Latein nein.
Bettiversum: Haben Sie Ihren Lehrkräften in Ihrer eigenen Schulzeit Streiche gespielt und wenn ja, welche?
Herr Schmidt: Also ich alleine habe keine Streiche gespielt, in der Grundschule haben wir mal Zahnpasta unter die Türklinke geschmiert.
Bettiversum: Haben Sie ein Haustier?
Herr Schmidt: Nee, habe ich nicht. Vielleicht ein paar Spinnen, die irgendwo herumkrabbeln, aber sonst nicht.
Bettiversum: Wie stehen Sie zu Schulhunden?
Herr Schmidt: Ich finde die Idee von Schulhunden ganz cool, aber nur unter gewissen Rahmenbedingungen. Es muss eine offene Unterrichtsform geben und die Schule muss auch für den Hund passend gebaut sein – und das ist die Bettinaschule definitiv nicht. Schulhunde sind was für Grundschulen mit einer kleineren Schulgemeinde, oder für kleine, weiterführende Schulen, wo auch viel Grün außen herum ist, sodass der Hund nicht nur drin oder auf dem gepflasterten Schulhof ist.
BV: Würden Sie durch KI den Unterricht ergänzen?
Herr Schmidt: Definitiv wird KI in den nächsten Jahren eine große Rolle spielen. Ich denke, dass KI als gute Hilfe, sozusagen als Tutor helfen kann. Zum Beispiel, wenn ich komplexe Matheaufgaben löse oder auch Latein übersetze. Dann frage ich die KI als Unterstützung an, nicht, damit sie mir die Lösung sagt, sondern als Lerncoach. Ich glaube, dass darin ein ganz cooles Potenzial steckt, um selbstgesteuertes Lernen zu ermöglichen. Ansonsten wird eine KI aber nicht das Zwischenmenschliche, also das, was zwischen Schüler:innen und Lehrer:innen stattfindet, ersetzen. Auf fachlicher Ebene ja, auf empathischer, emotionaler Ebene nein. Aber es ist ein Tool, über das wir nachdenken sollten.
BV: Würden Sie Hausaufgaben abschaffen?
Herr Schmidt: Ich gebe keine Hausaufgaben, und ich finde, Hausaufgaben sind zumindest in den Fächern, die ich unterrichte, nicht zielführend. Auch generell finde ich sie nicht zweckdienlich, weil Schüler:innen, die die Aufgaben in der Schule nicht verstanden haben, sie im Zweifelsfall gar nicht ohne Hilfe zuhause alleine lösen können.
Die Frage ist doch: Hat jemand die Hausaufgaben nicht gemacht, weil er oder sie faul war, oder weil er oder sie sie nicht verstanden hat? Warum soll jemand Hausaufgaben machen, wenn er den Stoff bereits verstanden hat? Und jemand, der den Stoff nicht verstanden hat, wird es vermutlich nicht alleine zuhause hinbekommen. Also schaffe ich als Lehrer eigentlich eine „Lose-Lose-Situation“ (das heißt: beide verlieren, d. Redaktion).
BV: Vielen Dank für das Interview, Herr Schmidt.
Herr Schmidt: Sehr gerne.
Lena Schmidt und Sophia Scardillo, 6a
