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Lehrerin des Monats Juni: Frau Rettenmaier

Für den Monat Juni haben Schülerinnen und Schüler der Redaktion Frau Rettenmaier zur „Lehrerin des Monats“ gewählt. In dieser Rubrik stellen Redaktionsmitglieder Lehrerinnen und Lehrer vor, die ihnen besonders aufgefallen sind – zum Beispiel, weil sie interessante Projekte durchgeführt haben, außergewöhnliche Unterrichtsmethoden nutzen oder ihr Unterricht besonders anregend und interessant ist.


BV: Wer sind Sie, woher kommen Sie und was wissen die meisten noch nicht über Sie?

Frau Rettenmaier: Mein Name ist Maria Rettenmaier und ich bin Musik- und Spanischlehrerin an der Bettinaschule. Ich komme aus Augsburg, das liegt in Bayern, und die meisten Leute wissen nicht, dass meine Muttersprache Katalanisch ist.

BV: Was ist Katalanisch?

Frau Rettenmaier: Katalanisch ist eine Sprache, die man in Spanien spricht, denn man spricht dort nicht nur Spanisch. Man spricht auch Baskisch, Galicisch und noch einige kleinere Sprachen.

BV: Warum sind Sie Lehrerin geworden?

Frau Rettenmaier: Mir macht es großen Spaß, mein Wissen und meine Liebe zur Musik mit Schülerinnen und Schülern zu teilen und ihnen die Freude daran mit auf den Weg zu geben. Deswegen bin ich Lehrerin geworden.

BV: Wenn Sie etwas Alltagspraktisches erfinden könnten, was wäre das?

Frau Rettenmaier: Es wäre ein Gerät, das dafür sorgt, dass ein Instrument sofort perfekt gestimmt ist, sobald man mit ihm durch die Tür der Aula geht. Es dauert nämlich immer sehr lange, bis alle ihre Instrumente gestimmt haben und wir mit den Proben beginnen können.

BV: Lesen Sie das Bettiversum?

Frau Rettenmaier: Ja, manchmal!

BV: Wenn Sie etwas am Schulsystem ändern könnten, was wäre das?

Frau Rettenmaier: Mehr Zeit für Projekte und kürzere Schultage. Wenn wir Big-Band-Konzerte haben, müssen wir zum Beispiel immer nachmittags proben. Die Schülerinnen und Schüler haben lange Unterricht und dann sind sie und ich meist noch bis 18 Uhr in der Schule. In diesen Zeiten bleibt nur wenig Zeit für andere Hobbys, das Üben oder Sport. Und je älter die Schülerinnen und Schüler werden, desto weniger Zeit haben sie für ihre Selbstentfaltung.

BV: Ja, das stimmt! Sogar bei uns ist das schon so. Montags haben wir neun Stunden – und das in der 6. Klasse! Welche Instrumente spielen Sie denn und seit wann?

Frau Rettenmaier: Ich habe mit vier Jahren angefangen, Geige zu spielen. Ich habe es mit der Suzuki-Methode gelernt. Das ist eine Lernmethode speziell für kleine Kinder, bei der sie das nachmachen sollen, was ihre Eltern vormachen. Das funktioniert so, als würde man eine Sprache als Muttersprache lernen. In meinem Fall hat mein Vater gleichzeitig mit mir zusammen das Geigenspielen gelernt.

In der Grundschule habe ich dann Blockflöte im Unterricht gelernt. Danach kamen Sopran-, Alt-, Tenor- und Bassflöte hinzu. Mit elf Jahren habe ich angefangen, Klavier zu spielen, und im Studium dann noch ein bisschen Schlagzeug. Und gerade habe ich begonnen, Posaune zu lernen.

BV: Das sind aber sehr viele Instrumente!

Frau Rettenmaier: Stimmt, aber ich mache das nicht, weil ich auf all diesen Instrumenten besonders gut werden möchte, sondern weil ich verstehen möchte, wie sie funktionieren. Dadurch kann ich den Klassenorchestern Hilfe und Unterstützung geben, zum Beispiel bei den Griffen. Außerdem kann ich so besser nachvollziehen, wie ein Blasinstrument aufgebaut ist. Ich spiele nicht alle diese Instrumente wirklich gut. Richtig gut spiele ich Geige, Bratsche und Klavier.

BV: Was mögen Sie an der Bettinaschule und was nicht?

Frau Rettenmaier: Oh, viele verschiedene Dinge. Ich schätze an der Bettinaschule, dass sie sehr zentral in der Stadt gelegen ist. Unsere Schülerschaft ist sehr vielfältig und sympathisch. Ich freue mich darüber, dass diese Schule den Musikschwerpunkt unterstützt und dass wir hier die Möglichkeit haben, so viel Musik in all ihren Facetten mit euch zu machen und euch diese näherzubringen. Wir machen an der Bettinaschule nicht nur „ein bisschen Musik“, sondern veranstalten wirklich schöne Konzerte. Wir können euch die Möglichkeit bieten, kreativ zu sein, und laden häufig auch Künstlerinnen und Künstler von außen ein, zum Beispiel das Ensemble Modern. Ich bin außerdem der Überzeugung, dass Musik verbindet.

BV: Warum ist Ihnen Musik außerdem wichtig?

Frau Rettenmaier: Wenn man sich längere Zeit auf eine Sache konzentriert, wie es das Erlernen eines Instruments erfordert, entwickelt man auch in anderen Lebensbereichen mehr Durchhaltevermögen. Die Musik bietet uns diese Möglichkeit. Gemeinsam zu musizieren erfordert außerdem Verantwortung, und das stärkt die Klassengemeinschaft, denn jeder muss etwas dazu beitragen, damit etwas Großes entstehen kann.

BV: Wo haben Sie Ihr Referendariat gemacht?

Frau Rettenmaier: Hier, an der Bettinaschule. Und dann bin ich einfach geblieben. Eine Musiklehrerin, meine Vorgängerin, ist in Pension gegangen und ich durfte ihre Stelle übernehmen – zusammen mit der Big Band.

BV: Wohin würden Sie gerne einmal reisen?

Frau Rettenmaier: Ich bin schon sehr viel gereist. Mich interessieren vor allem die Kultur und die Sprache eines Landes, wobei ich in vielen asiatischen Ländern natürlich kaum etwas verstehe. Ich war zum Beispiel letztes Jahr auf den Philippinen. Dort gibt es sprachliche Einflüsse aus dem Spanischen, und das fand ich sehr interessant. Außerdem interessiere ich mich für Tanzmusik aus aller Welt. Deshalb habe ich ein Problem: Am liebsten würde ich alle Länder einmal besuchen.

BV: Wie sähe Ihr perfektes Konzert aus?

Frau Rettenmaier: Ein perfektes Konzert wäre für mich, wenn bei den Sonderproben alle Schülerinnen und Schüler rechtzeitig anwesend sind, niemand krank wird, alle gut geübt haben und ich mir keine Sorgen machen muss, dass etwas oder jemand fehlt oder ein Instrument kaputtgeht. Und natürlich, dass alle mit guter Laune ins Konzert gehen!

BV: Vielen Dank für das Interview!

Lena Schmidt und Sophia Scardillo