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Von Walen und Menschen

Wale sind faszinierende Giganten der Meere. Sie gehören zu den größten Lebewesen der Welt und besitzen höchstwahrscheinlich sogar eine eigene Sprache. Außerdem haben sie einen speziellen Pfiff als „Namen“ und verfügen möglicherweise über eine Art Alphabet. Was bisher unvorstellbar schien, könnte in Zukunft denkbar werden: Aufgrund dieser besonderen Fähigkeiten könnte es eines Tages sogar möglich sein, dass wir Menschen mithilfe von künstlicher Intelligenz und der rasanten Entwicklung von Sprachprogrammen mit Walen kommunizieren können.

Wir Menschen gelten als besonders empfindsame Lebewesen. Wir können viele verschiedene Emotionen wie Trauer oder Freude empfinden, doch wir sind nicht die einzigen Lebewesen mit dieser Fähigkeit. Auch Affen, Elefanten und eben Wale sind sehr empfindsam. Sie gehen zum Beispiel enge Bindungen mit ihren Jungen ein und bilden lebenslange Familienverbände, in denen sie miteinander spielen und voneinander lernen. Forscherinnen und Forscher haben außerdem beobachtet, wie Buckelwale Robben vor angreifenden Orcas retteten, indem sie sie auf ihrem Rücken in Sicherheit brachten. Wale sind also sehr soziale und fürsorgliche Tiere. Das hängt unter anderem mit den sogenannten spindelförmigen Neuronen zusammen. Dabei handelt es sich um Nervenzellen im Gehirn, die für die Verarbeitung von Gefühlen zuständig sind.

Doch es gibt auch Schattenseiten im Leben der Wale – und daran sind wir Menschen schuld.

Wale orientieren sich mithilfe der Echoortung. Diese ist für die Jagd und die Orientierung lebenswichtig. Schiffe verursachen unter Wasser jedoch sehr viel Lärm durch ihre Motoren und Propeller. Das hat zur Folge, dass das Orientierungs- und Kommunikationssystem der Wale gestört wird. Dadurch können sie Beute oder Hindernisse nicht mehr gut wahrnehmen oder verirren sich, wie beispielsweise der gestrandete Wal in der Ostsee in diesem Frühjahr. Das war leider kein Einzelfall: Jährlich sterben über 300.000 Wale durch menschliche Einflüsse. Dazu gehören unter anderem die Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll, der Walfang und vor allem der Beifang in der Fischerei.

Beifang und Fischerei gehören zu den Hauptgründen, warum jedes Jahr Hunderttausende Wale sterben. Da sich die Tiere durch den zunehmenden Lärm im Meer nicht mehr so gut orientieren können wie früher, geraten sie immer häufiger in Fischernetze. Dort verenden sie, weil sie nicht mehr an die Wasseroberfläche gelangen und keine Luft bekommen. Das ist mehr als traurig.

Wenn du den Walen helfen möchtest, kannst du einiges tun – jedes noch so kleine Bisschen hilft. Gemeinsam können wir dazu beitragen, diese faszinierenden Meeressäuger zu schützen.

So kannst du helfen:

• Iss weniger Fisch oder achte auf nachhaltige Fischerei.
• Kaufe nachhaltige und umweltfreundliche Produkte.
• Unterstütze Patenschaften oder Meeresschutzorganisationen.
• Kläre andere Menschen über Wale und ihre Bedrohungen auf – auch das hilft!
• Vermeide Plastikmüll und achte auf einen bewussten Umgang mit Ressourcen.

Zusammen können wir dazu beitragen, die Wale und ihre Lebensräume zu schützen.

Lena Schmidt