Podium Zukunft: Bettinaschüler:innen spielen in der Alten Oper
Vielleicht habt ihr es mitbekommen: Am Sonntag, den 26. April 2026, fand das Schulphilharmonie- Projekt in der Alten Oper Frankfurt statt. Dort haben vier Schulen aus Frankfurt gemeinsam ein Konzert gespielt (also nicht einzeln nacheinander) – vor über 1000 Leuten. Und ratet mal, wer auch dabei war? Unsere Schule! 150 Schüler:innen verschiedener Schulen, von denen sich viele vorher untereinander nicht kannten, haben es geschafft, gemeinsam ein Konzert auf die zu Beine stellen. Wie das funktionieren kann, darüber möchte ich gerne berichten.
Zuallererst muss man sagen: Es braucht unglaublich viel ZEIT. Wir haben als Musiker:innen der Bettinaschule fast ein ganzes Schuljahr für dieses Konzert geprobt! Jede Woche werden die gleichen Stücke hoch und runter gespielt, monatelang. (Klingt schlimm, aber so schlimm war´s dann auch wieder nicht). Die echte Vorbereitungsphase kam in den letzten Wochen vor dem Konzert, denn da haben wir dann auch angefangen, mit den anderen Schulen im Konservatorium zu üben. Am Anfang war ich mir nicht sicher, wie es sein wird, mit den neuen Orchestermitgliedern klarzukommen, weil es ja auch große Altersunterschiede gab, aber alle Sorgen waren unbegründet. Die Leute waren alle supernett und es gab wirklich keine Probleme! Ich fand es sehr cool, mit so vielen Personen zu spielen, 150 Schüler in einem Raum, stellt euch das mal vor!
Was vor allem viel Zeit in Anspruch genommen hat war, dass wir uns mit vier sehr besonderen Stücken beschäftigt haben: Zuerst kam Schostakovics ,,Walzer“ mit einem Saxofon-Solo. Danach kam das bisher schwerste Stück, nämlich Schuberts ,,Unvollendete“, die deshalb so komplex war, weil wir sie nach Originalnoten spielen mussten – für ein Schulorchester schon sehr unüblich. Den Abschluss haben wir dann mit ,,Finlandia“ von Jean Sibelius gemacht. „Finlandia“, vielleicht den meisten von euch nicht so bekannt, ist eine sinfonische Dichtung, die 1899 geschrieben wurde und tief in der finnischen Geschichte verwurzelt ist. Sie entstand als musikalischer Protest gegen die russische Zensur und Zarenherrschaft, und wurde zu einem Symbol für Finnlands Streben nach Unabhängigkeit. Als letztes Stück kam dann ,,Musik, Musik“, ein Auftragswerk des hessischen Kultusministeriums.
Und irgendwann war es soweit: DAS KONZERT begann.
Die meisten von euch haben wahrscheinlich keine Ahnung, wie groß die Alte Oper von der Bühne aus aussieht… sehr groß! Und bestimmt haben die wenigsten von euch jemals vor über 1000 Leuten gespielt! Ja, das sind viele Menschen. Ich hatte die paar Tage vorher auch schon echt ein bisschen Angst, mich vor so vielen Menschen zu verspielen, aber am Ende lief der ganze Tag super! Nicht verspielt, nicht blamiert, nicht kurz vorher krank geworden…
Wir mussten alle früh aufstehen, weil die Vorstellung leider nicht abends, sondern vormittags war. Wir hatten unsere eigenen kleinen Künstlergarderoben, darin war die Atmosphäre schon eher aufgeregt, doch als es dann so weit war, lief alles ganz nach Plan. Niemand hat seine Einsätze verpasst, alle haben so gespielt, wie sie sollten, und Nikolai Bernstein (der Dirigent) hat sich am Ende noch einmal herzlich bedankt.
Die ganze Probenzeit, die aufwändige Vorbereitung, die ganze Arbeit – alles hat sich echt gelohnt. Es war ein super Gefühl, den Applaus der 1000 Menschen zu hören und all diese Gesichter im Publikum zu sehen. Wir hatten so einen tollen Sound und klangen richtig gut. Ein echt einmaliges Erlebnis, das viele von uns aus dem Orchester sicherlich noch mal erleben möchten. An alle, die an so etwas auch mal teilhaben möchten: Kommt doch ins Orchester der Bettinaschule und macht mit! ; )
Raphael Wallbott
