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Vive la France ! Frankreichaustausch der Stufe 8 im März und Mai 2023

Eiffelturm, Mode, Croissants und Frösche, das waren meine klischeehaften Erwartungen an den Frankreichaustausch, doch die Realität sah ganz anders aus…. Mitte März kamen die französischen Austauschschüler*innen aus Caudebec-Les-Elbeuf für genau acht Tage nach Frankfurt, im Mai fand dann der Gegenbesuch von uns für acht Tage in Frankreich statt.

Austausch Part 1

Als die französischen Schüler*innen bei uns in Deutschland waren, unternahmen sie am ersten Tag eine Führung durch Frankfurt  und am nächsten Tag waren sie mit uns im Unterricht. Donnerstags waren die französischen Austauschschüler*innen in der Experiminta, während wir in der Schule waren. Am Freitag besuchten wir alle zusammen Mainz und das dortige Gutenbergmuseum. Das war, wenn man Mainz und das Museum schon kannte, manchmal nicht ganz so interessant.

In der Freizeit organisierte ich mit meinen Freunden verschiedene Aktivitäten wie Bowling oder einen Zoobesuch etc..  Am Wochenende zeigte ich meiner Austauschpartnerin mit meiner Familie ein paar Sehenswürdigkeiten, z.B. den Maintower und den Lohrberg. Außerdem fuhren wir an den Rhein und besichtigten ein Schloss. Es war aber etwas ungewohnt, 24/7 für eine andere Person „verantwortlich“ zu sein, zum Beispiel war das Übersetzen und Erklären vieler Dinge oft sehr anstrengend.

Nach der Abreise blieben wir im regelmäßigen Kontakt, so dass es für mich sicherlich etwas leichter war, zu einer unbekannten Familie zu reisen.

Austausch Part 2

Wir kamen am Dienstag, dem 09.05.2023 pünktlich am Bahnhof in Oissel an und wurden von unseren Gastfamilien empfangen. Mit meiner Austauschpartnerin und ihrer Mutter habe ich zunächst ihren kleinen Bruder abgeholt, wo mir schon der erste Unterschied zu Deutschland auffiel: Als Zweitklässler hatte er bis 17 Uhr Schule. Später habe ich erfahren, dass Grundschüler wegen des späten Schulendes zum Ausgleich jeden Mittwoch freibekommen. Es war manchmal etwas schwer auf Französisch zu kommunizieren, aber dann hat DeepL doch immer alles klären können ; )

Am nächsten Tag begleiteten wir alle unsere Austauschpartner*innen in den Unterricht. Die Schule war sehr viel strenger geregelt als in Deutschland; um den Sportplatz fiel zum Beispiel der Stacheldrahtzaun auf, auch dass man auf dem Schulhof auf die Lehrer*innen warten musste, die einen dann zum Klassenzimmer führten, war ungewohnt. Vor der Schule standen auch Sicherheitsbeamte, die überwachten, wer die Schule betrat. Generell kam es mir in manchen Momenten mehr wie ein Gefängnis als wie eine Schule vor…. Nach einer kurzen Begrüßung mit Croissants von der Vertretung der Schulleitung, ging es in den Unterricht. Dieser unterschied sich nicht wirklich von dem in Deutschland, mir fiel aber auf, dass sie in der neunten Klasse Dinge lernten, die wir schon vor längerer Zeit hatten.

Am Donnerstag waren wir wieder mit in der Schule, aber diesmal gab es am Nachmittag extra für uns Teilnehmer*innen des Austauschs eine Sprachanimation. Dabei spielten wir Vokabelspiele und schrieben deutsch-französische Gedichte – einige wurden sehr interessant….

Am Freitag machten wir einen Ausflug in die nächstgrößere Stadt, Rouen. Wir besuchten das Museum Jeanne d’Arc und machten eine Rallye durch die Stadt. Bei dieser wurde ein französischer Schüler zusammengeschlagen, weswegen Polizei und Krankenwagen kommen mussten. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass der Schüler zuvor einige jugendliche Passanten provoziert hatte; er war im Prinzip also der Auslöser der ganzen Sache. Der anhaltende Regen, sowie die Verwirrung bei uns Schüler*innen machten das Ganze nicht einfacher. Aber man muss zugeben, dass Rouen eine sehr schöne Stadt ist. Und eigentlich waren die Einwohner*innen sehr nett und haben hilfsbereit den Weg gewiesen.

Am Wochenende gestalteten die Austauschfamilien die Unternehmungen, wie es auch bei uns der Fall war.

In dem Ort Caudebec Les Elbeuf war ein Stadtfest, auf dem wir uns am Samstag mit einigen Leuten trafen. Es war ziemlich heiß und überfüllt, aber es hat Spaß gemacht!

Sonntags bin ich mit meiner Gastfamilie ans Meer gefahren. Wir brauchten ca. eine Stunde mit dem Auto dorthin und blieben etwa eine halbe. Das lag vor allem daran, dass es ziemlich kalt war, jedenfalls für einen Strandtag, und dass dem kleinen Bruder meiner Austauschpartnerin das Eis runter fiel und er danach nur noch weinte. Aber trotz allem war es dort wunderschön!

Am Montag machten wir alle zusammen einen Tagesausflug nach Paris. Wieder regnete es den ganzen Tag, aber immerhin: Die Schlägereien blieben aus. Wir klapperten alle typischen Sehenswürdigkeiten ab, unter anderem den Eiffelturm (nur von außen), Louvre (auch nicht von innen), die Champs Elysee (eine Stunde shoppen!) und Notre Dame (wieder nur von draußen). Es war dort echt cool und Paris ist einfach zu Recht eine der beliebtesten Städte Europas! Am nächsten Tag war dann schon die Abreise, die wir wegen des angekündigten Streiks der Deutschen Bahn fast mit einem Flixbus angetreten hätten. Zum Glück wurde der Streik dann aber abgesagt und wir konnten ungehindert nach Hause fahren.

Mir hat der Aufenthalt in Frankreich sehr gut gefallen, auch wenn es natürlich auch unschöne Momente gab, aber trotzdem würde ich jedem empfehlen, an einem solchen Austausch teilzunehmen.

Hannah Weissgerber, 9 a

Die Kanu-Klassenfahrt  2023

Im Juli haben die damaligen Klassen 8b und 8d den dreistündigen Weg nach Treffurt – Altenburschla in Thüringen auf sich genommen. Es ging auf Kanu-Klassenfahrt!

Nach der Ankunft wurden wir alle eingewiesen und dann ging es auch schon los. Wir sind etwa 10 km gefahren,  das war die kürzeste Strecke der Woche. Nachdem wir alle 29 (!!!) Boote aus dem Wasser getragen haben, waren wir am Abend schon auf unserem ersten Campingplatz und fielen ein paar Stunden später mit Armschmerzen, aber doch auch Glücksgefühlen müde ins Bett. Am nächsten Morgen kochten wir, packten alles wieder ein und machten uns für die nächste Etappe fertig.    

 Die kommenden Tage verliefen alle sehr ähnlich, wir alle lernten paddeln und fuhren mit den Kanus zwischen 10 und 15 km jeden Tag –  trotz Unwettern und (Nerven-)Zusammenbrüchen kamen wir jeden Abend an einem neuen Campingplatz an. Ein besonderes Erlebnis war es immer, an den Schleusen zu warten (siehe Fotos) . Am letzten Abend waren wir schon sehr früh an unserem Campingplatz. Obwohl die Woche sich manchmal sehr lang zog, waren wir am Schluss alle sehr glücklich, auch diese letzten Kilometer geschafft zu haben. Am Abend gab es dann Pizza für alle!

Besonders war aus meiner Sicht, dass wir alle auf der Klassenfahrt mehr Kontakt zu Leuten gehabt haben, mit denen wir sonst nicht so viel zu tun hatten und wir halfen uns auch gegenseitig mehr. Das hat den Teamgeist gestärkt.

 Am letzten Morgen sind wir in aller Frühe aufgestanden, haben alles wieder in unsere Taschen gepackt, suchten alles zusammen, was wir hatten, und räumten die Boote auf. Nachdem fast alles erledigt war, mussten wir noch die Boote zurück auf den Wagen schleppen, worauf jetzt wirklich niemand mehr Lust hatte, da wir die Tage zuvor schon die Boote jeden Tag mehrmals hin und her geschleppt hatten. Aber: Mit unseren letzten Kräften bekamen wir auch das noch hin!

 Mittags traten wir dann die Heimreise an, wir sind am Ende der Woche 66 km von Treffurt – Altenburschla in Thüringen nach Wahlhausen in Witzenhausen gepaddelt. Dann waren wir doch auch alle sehr glücklich, nicht mehr jeden Tag fünf Stunden Kanu fahren zu müssen. Aber: Die Klassen-Kanufahrt hat sich sehr gelohnt.

Luise Kauffmann, 9d

Kurs Q2 Darstellendes Spiel: K.A.I und das Unternehmen

Das Stück „K.A.I und das Unternehmen“, von Frau Baumgärtners DS Kurs Q2 selbst geschrieben, wurde im Juli des vergangenen Schuljahres aufgeführt. Es war eine interessante und gut zu verstehende Aufführung. Beide Vorstellungen waren gut besucht, und obwohl das Stück zeitlich betrachtet eher lang war, hat es sich nicht so angefühlt, weil es spannend und humorvoll war und toll gespielt wurde.

Vielfältige Themen wurden angesprochen und in Szene gesetzt. Im Mittelpunkt standen die Vorteile, aber auch die Gefahren beim Einsatz von künstlicher Intelligenz in Form von Robotern, die in Privathaushalten helfen. Es ging dabei auch um einen kritischen Blick auf soziale Themen, wie die besseren Karrierechancen, wenn man aus einer wohlhabenderen Familie kommt, um Arbeits- und Obdachlosigkeit und einen Mutter-Sohn-Konflikt innerhalb der Unternehmensleitung.

Die Darstellung dieser Themen war teils sehr klar, teils eher unterschwellig. Auch die Storyline war einfach zu verstehen und hat das Publikum gepackt. Die profitgierige Unternehmensleitung und deren Mitarbeiterinnen wollen nicht hören, als eine einfache, aber kluge Praktikantin Programmierfehler der Roboter bemerkt. Dies hat zur Folge, dass fehlerhafte Roboter verkauft werden und diese ihren Menschen Schaden zufügen. Das Stück hatte ein offenes Ende, was deutlich macht, dass auch wir nicht wissen, wie unsere Zukunft mit K.I. Technik und Robotern aussieht.

Am Eingang wurde das Publikum von Schülern aus dem Kurs, welche weiße Masken trugen, mit mechanischer Stimme begrüßt. Man verstand es zunächst nicht, doch am Ende des Stückes war einem klar, dass dies die Roboter waren, die ihre Aufgabe als Aushilfe erfüllten.

Außerdem fand ich es gut, dass das Publikum am Ende der Vorstellung Fragen stellen durfte. So konnten einige Unklarheiten geklärt werden.
Ein großes Lob und einen großen Applaus haben die Schüler für ihre Arbeit verdient und auch bekommen. Sie haben großartig geschauspielert und auch ihre Kostüme waren toll.

All das erzeugt einen guten Eindruck vom DS Kurs. Frau Schinkel sagte sogar, dass diese Aufführung ihr Lieblings-DS-Stück gewesen sei.

Mila Riemann, 8 c

ettinaschule-Bettiversum-usaaustausch

Auslandshalbjahr USA

„It’s not a year in your life. It’s your life in a year.” Diesen Satz kennt vermutlich jeder Austauschschüler genauso gut wie den Satz: “Pack nicht zu viel in den Koffer.” Auch ich wurde mit beiden Sätzen vor meiner Abreise in die USA konfrontiert.

Nach den Weihnachtsferien verabschiedete ich mich, um ein halbes Jahr bei einer Gastfamilie zu verbringen und auf die lokale amerikanische High School zu gehen. Dies durfte ich in einem kleinen Dorf im Bundesstaat Wyoming erleben. Wyoming liegt im Nordwesten des Landes und eines gibt es aus diesem Grund dort reichlich: Schnee. Der letzte Schnee fiel bei der traditionellen Graduation, dem amerikanischen Äquivalent zur deutschen Abiturverleihung, die Ende Mai stattfand.

Bald hatte ich dann auch schon meinen ersten Schultag. Meine Fächer hatte ich bereits im Voraus gewählt. Neben klassischen Fächern wie Englisch oder Mathe hatte ich aber auch etwas exotischere Fächer wie Jahrbuch, Gesundheit oder Schülerzeitung. Ein Unterschied zum deutschen Schulsystem ist hierbei, dass man jeden Tag dieselben Fächer hat.

Anfang März begann die Fußballsaison und ich entschied mich, Teil des Fußballteams zu werden. Dies bedeutet jeden Tag zwei Stunden Training (auch im Schneesturm) und zusätzlich etwa zwei Spiele pro Woche gegen andere High Schools in unserem Distrikt. Wie gewannen ein paar Spiele und verloren ein paar mehr.

Tatsächlich fand sogar eine Talentshow an unserer Schule statt. Neben Gesang, Karate und einem Lichtschwertduell war einer der sehens- und hörenswerten Höhepunkte eine Gesangs- und Tanzeinlage der Schulleitung, mit der die Show beendet wurde. In dieser Hinsicht stimmen einige Klischees über Amerikaner, u.a. dass sie manchmal wirklich verrückt sind.

Anfang Juni musste ich dann zurückfliegen und alles in allem kann ich sagen, dass ich in diesem halben Jahr eine Menge gelernt habe, beispielsweise dass Elche mit Jungen gefährlicher sind als Bären. Auch wenn mein Fußballteam und ich dies auf die harte Tour bei einer kurzen Verfolgungsjagd lernen mussten.…

Angelina Fiehl, Q3

Das History Lab der Stufe 8: Eintauchen in das Mittelalter

Kennt ihr das History Lab? Es findet in jedem Schuljahr, meist im Februar, drei Schulstunden lang statt und wird von von Herrn Steinbrückner organisiert.  An vier verschiedenen Stationen, die in der Aula aufgebaut werden, können die Schüler*innen einen Eindruck über das Mittelalter gewinnen. Man kann kochen, sich verkleiden und mit Tinte und Feder schreiben, oder man kann Holzritter mit einer Armbrust umschießen. Beim Kochen gibt es meist eine Schlange, nicht jeder kann drankommen. Trotzdem ist es ein sehr spannender, lehrreicher Tag, auf den ihr euch freuen könnt!

Hannah Weißgerber, 9 a

Orchester- und Bigbandfahrt: Viel mehr als proben, proben, proben

Lange Nächte, Schneeballschlachten, Antonín Dvorák – im vergangenen Schuljahr gab es nach den harten Coronajahren endlich wieder Musikfahrten. Orchester- und Bigband verbrachten drei Tage in Bad Marienberg. Mit dabei waren Frau Manns, Herr Block, Herr Gjioka, Herr Desoi und Frau Rettenmeier.

Orchester- und Bigbandfahrt: Einblicke

Morgens klingelt viel zu früh um kurz nach 7 der Wecker nach einer langen Nacht voller Erinnerungen und Geschichten. Die Matratzen sind zu fest. In einer Wand an einem der Betten ist irgendwie ein Rohrbruch und sie ist daher nass.

Bald darauf ertönt irgendwo im Flur eine Posaune.  Wir sind eigentlich alle viel zu müde, um zu proben, schleppen uns zum Esssaal, wo Gelächter den Raum füllt. Trotz Müdigkeit proben wir den ganzen Tag, am Ende hören wir alle überall nur noch Geigentremolos –  und doch erfüllt uns ein gutes Gefühl, neue Menschen kennenzulernen, mit anderen Jugendlichen enger zusammenzuwachsen, ein Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln. Egal ob bei dem offiziellen, großen Spieleabend, den heimlichen nachts auf den Zimmern…, beim Essen, bei den Proben selber oder bei dem Gemeinschaftsspiel „Mörder“ (man bekommt ein zufälliges Opfer zugewiesen, welches man dann „umbringen“ muss). Die „Großen und Kleinen“ sind auch aktiver als in der Schule bei den regulären Proben, berichtet ein  Schüler der Bigband. Doch nicht nur die Gemeinschaft der Ensembles wird gestärkt, die Fahrten sind grundsätzlich sehr produktiv, da viele der „Musiker*innen eine ganz besondere Arbeitshaltung haben“, –  so derselbe Schüler der Bigband. Geprobt wurde von 9:00 bis zum Mittagessen, dann nachmittags bis in den Abend hinein. Wir hatten zwischendurch 15-minütige Pausen, die viel zu schnell vergingen und gerade dazu gereicht haben, kurz miteinander zu reden, etwas zu essen und zu trinken. „Obwohl es anstrengend ist, sieht man die Erfolge und bemerkt einen Fortschritt, dadurch macht‘s richtig Spaß“, meint eine Orchesterschülerin. Wir haben vor allem sehr intensiv an der Sinfonie der „Neue(n) Welt“ von Antonín Dvorâk geprobt, da sie sehr anspruchsvoll ist. Die Arbeit daran ist auch nach der Fahrt lange nicht vollendet: wir proben aktuell immer noch daran.

Die Fahrten finde ich sehr wichtig, um die Ensembles zu stärken, um mal ganz intensiv nur Musik zu machen und um uns natürlich auf die traditionellen Konzerte von Orchester und Bigband im zweiten Schulhalbjahr vorzubereiten.

Das Konzert danach war ein toller Erfolg – die Aula brechend voll und es gab stürmischen Beifall für alle.

Helena Koch-Mendoza, E-Phase

Schon fast ein Jahr: Bettinaschule lernt digital!

Letztes Schuljahr war es soweit: Herr Schwarz übte seine Macht als stellvertretender Schulleiter aus und ließ die damalige Klasse 8a in einer frühmorgendlichen Vertretungsstunde in Raum 5 antreten, um die neuen iPads der Schule einzurichten. Diese Aufgabe hätte er sonst wohl allein bewältigen müssen, obwohl knapp 60 iPads für nur eine Person eventuell etwas zu viel gewesen wären. Für ca. 35 Minuten wurden Passwörter eingegeben, wurde zugesehen, wie sich Apps installierten und sich beim Versuch, die iPads aus den Hüllen zu entfernen, fast die Finger gebrochen.

Mittlerweile sind die iPads in Betrieb genommen worden, Lehrende können diese für ihren Unterricht ausleihen, jeweils 15 pro Klasse.

Lilly Altfeld, 8 c

D. B. Cooper – Das Phantom, welches eine Boeing 727 entführte

Es ist der Nachmittag des 24. November 1971. Am Portland International Airport warten 37 Passagiere und 6 Crewmitglieder auf den Abflug des Fluges 305. Einer dieser 37 Passagiere ist Dan Cooper, später bekannt als D.B. Cooper. Ein Mann Mitte vierzig in einem dunklen Anzug und Trench Coat, weißem Hemd, schwarzer Krawatte und dunklen Schuhen. Wenige Minuten zuvor hat er sich für 20 USD ein One-Way-Ticket für besagten Flug 305 nach Seattle gekauft. Im Flugzeug setzt er sich in die letzte Reihe, rechts, auf den Mittelplatz. Er bestellt sich einen Drink – “bourbon and soda” – und wartet darauf, dass sich die Boeing 727 in die Luft erhebt.

Kurz nach 15:00 reicht er einer Flugbegleiterin namens Florence Schaffner einen Zettel. “Miss – I have a bomb in my briefcase + want you to sit by me.” Sie solle sich zu ihm setzen, er habe eine Bombe. Cooper öffnet daraufhin seine Aktentasche und zeigt der sprachlosen Flugbegleiterin den Inhalt: Ein Gewirr aus Kabeln und ca. 8 roten Stangen. Dann diktiert er Florence einen weiteren kurzen Brief, den sie dann an den Käptn übermittelt. Im Brief verlangt er 200.000 USD in bar und vier Fallschirme. In Seattle soll ein Fahrzeug zum Tanken des Flugzeugs bereitstehen.

Kurz nach der Landung dürfen alle 36 Passagiere und zwei Crewmitglieder das Flugzeug verlassen, die meisten der Passagiere haben noch gar nichts von dem Vorfall mitbekommen. Die Seattle First National Bank stellt 200.000 USD bereit. Was Cooper jedoch nicht weiß, ist, dass die Scheine aus einem “Erpresserpaket” für genau solche Fälle stammen. Die Seriennummern der Scheine sind somit in der Bank dokumentiert, weshalb man sie später leicht wieder ausfindig machen werden kann. Neben dem Geld bekommt Cooper seine vier Fallschirme. Zwei sind normale und zwei sind Reservefallschirme. Es wird überlegt, die Fallschirme zu manipulieren, man entscheidet sich jedoch dagegen, da man nicht weiß, ob er vielleicht eines der Crewmitglieder als Geisel nehmen will und man möchte nicht das Leben einer unschuldigen Person aufs Spiel setzen.

Weiterhin hat er folgende Angaben für den Flug: Man solle –  mit ausgefahrenem Fahrwerk, ausgeschalteten Kabinenlichtern sowie ausgefahrener Einstiegstreppe in einer Höhe von unter 10.000 Fuß fliegen. Nachdem man ihm erklärt, dass man mit einer ausgefahrenen Treppe nicht abheben könne, ist er damit einverstanden, die Treppe erst während des Flugs auszufahren. Nun will er nach Mexico City fliegen, dies ist jedoch nicht möglich, ohne zwischendurch eine Pause zum Tanken einzulegen. Nach einigem Hin und Her einigt man sich auf den Flughafen in Reno, Nevada. Als man sich schlussendlich noch auf eine genaue Flugroute einigen möchte, wird Cooper ungeduldig: “Never mind, they can do that over the radio once we get up. Let´s get the show on the road.”

Also fliegt man nach zwei Stunden Pause in Seattle endlich los. An Bord sind vier Crewmitglieder und unser Phantom Cooper. Begleitet von zwei Kampfjets nimmt die Boeing 727 die Rute “Victor 23 Airway”.

Zuletzt gesehen wird D.B. Cooper von einer Flugbegleiterin. Laut ihr steht er vor der ausgefahrenen Treppe, als wäre er bereit zum Sprung.

Der letzte Kontakt zu Cooper ist über die Sprechanlage um ca. 20:05. Die Crew, die sich auf Wunsch von Cooper im Cockpit eingeschlossen hat, fragt ihn, ob sie etwas für ihn tun könnten. Er verneint dies.

Er nimmt sich nun zwei der Fallschirme. Einen alten Militärfallschirm, der nicht steuerbar ist, und einen Dummy-Fallschirm, der eigentlich zum Trainieren von Schülern in der Flugschule gedacht ist. Letzterer war nur aus Versehen zwischen die vier Fallschirme geraten, die ihm gegeben wurden. Neben beiden anderen Fallschirmen lässt er eine Ansteckkrawatte und acht Zigarettenstummel zurück.

In den nächsten 5-10 Minuten bemerkt die Crew eine Art Vibrieren des Flugzeuges. Zu diesem Zeitpunkt fliegen sie durch Regen und über eine gebirgige Landschaft, die von Wäldern gesäumt ist.

Als man in Reno landet, ist D. B. Cooper verschwunden.

Nachdem man mit Zeitangaben und Lage des Flugzeugs die ungefähre Landezone berechnet hat, ungefähr 40km von Portland, sendet das FBI Flugzeuge, Helikopter und Bodentruppen aus. Cooper wird nicht gefunden. Als man versucht etwas mehr über Cooper herauszufinden, stechen zwei Theorien über seine Herkunft heraus.

Theorie 1: D. B. Cooper war vor der Entführung des Flugzeugs ein Mitglied im Militär. Hinweis dafür könnte der Militärfallschirm sein. Vielleicht hat er sich speziell diesen ausgewählt, weil er damit vertraut war.

Theorie 2: D. B. Cooper hatte Verbindungen zur CIA. Diese benutzte die Boeing 727 im Vietnamkrieg dafür, Material und Soldaten abzuwerfen, aufgrund der im Flug ausfahrbaren Treppe.

Immer wieder gibt es Leute, die verdächtigt werden, D.B. Cooper zu sein, aber bis heute wurde niemand festgenommen. Es gibt Briefe, die an diverse Zeitungen geschickt wurden, deren Spuren sich aber letztendlich im Sand verlaufen.

Apropos Sand:

1980 spielt ein Junge an einem kleinen Strand in der Gegend, als er plötzlich 5.800 USD ausgräbt. Seine Eltern, die sich noch an den Fall des entführten Flugzeugs von vor ein paar Jahren erinnern, bringen die Bündel zur Polizei. Als man die Seriennummern auf den Bündeln mit denen vergleicht, die damals in den Besitz von Cooper gelangten, stutzt man – denn sie sind identisch. Aber wie kommt das Geld an den kleinen Strand, der “Tina Bar” heißt und an einem vergleichsweise kleinen Fluss liegt? Ist es Cooper während des Sprungs aus der Aktentasche gefallen und dann vom Strom der vielen Flüsse in der Gegend an den Strand gespült worden? Unwahrscheinlich, denn in dem Bereich, in dem Cooper abgesprungen und gelandet ist, führen die Ströme der Flüsse in die entgegengesetzte Richtung der Tina Bar. Zudem ist es sehr unwahrscheinlich, dass mehrere einzelne Geldscheine genau an der gleichen Stelle auf einem Haufen gelandet sind. Außerdem wurden die Geldscheine von Gummibändern zusammengehalten, die zum Zeitpunkt der Entdeckung der Bündel noch intakt waren. Bei einem Test, der 2009 durchgeführt wurde, zeigt sich jedoch, dass diese Marke Gummibänder sich unter ähnlichen Bedingungen innerhalb von ca. 243 Tagen zersetzt bzw. zerreißt.

Wer war D.B. Cooper? War er wahnsinnig, oder war er sich seinen Handlungen bewusst? Wofür braucht er 200.000 USD so dringend, dass er ein Flugzeug kidnappte und einen Sprung ins Ungewisse wagte? Und wie hat er es geschafft, bis heute unentdeckt zu bleiben?

Lilly Altfeld, 9 a