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Autor: Bettina Tonscheidt

Einfach machen! – Gespräch mit Kommunalpolitiker Benjamin Alicic

Politik wird oft als Thema für die ältere Generation wahrgenommen. Doch auch junge Menschen können Verantwortung übernehmen und die Gesellschaft aktiv mitgestalten. Unser heutiger Interviewgast, Benjamin Alicic, zeigt genau das: Der Abiturient engagiert sich bereits in der Kommunalpolitik der Partei „Die Linke“ und setzt sich für die Interessen der Bürgerinnen und Bürger ein. Im folgenden Interview sprechen wir mit ihm über seinen Weg in die Politik, seinen Alltag zwischen Schule und politischer Arbeit sowie über seine Erfahrungen und Zukunftspläne.

BV: Bevor wir über dein politisches Engagement sprechen, stelle dich doch bitte kurz vor.

Benjamin Alicic: Mein Name ist Benjamin Alicic und ich bin 20 Jahre alt. Ich habe gerade mein Abitur gemacht und bin Kommunalpolitiker für die Partei „Die Linke“.

BV: Wie bist du zur Kommunalpolitik gekommen und was hat dich motiviert, dich politisch einzubringen?

Benjamin Alicic: Also … ich bin über den normalen Weg zur Kommunalpolitik gekommen, indem ich einer Partei beigetreten bin. Ich habe versucht, mich einzubringen, und das eben auf kommunaler Ebene, weil diese näher an uns Bürgerinnen und Bürgern ist.

BV: Welche Aufgaben und Verantwortlichkeiten gehören zu deiner politischen Arbeit?

Benjamin Alicic: In erster Linie meine Arbeit in der Stadtverordnetenversammlung im Römer, wo wir tagen. Dort diskutieren und entscheiden wir über die Verteilung kommunaler Finanzen. Um diese möglichst effizient verteilen zu können, gibt es verschiedene Arbeitsgruppen beziehungsweise Ausschüsse, wie man sie auch aus dem Bundestag kennt, in denen bestimmte Problematiken aufgegriffen werden. Dabei kann es um Kleinigkeiten wie beispielsweise Mülleimer auf den Straßen bis hin zu großen Finanzierungsprojekten gehen, die auch internationale Bezüge haben.

BV: Viele Menschen können sich den Alltag eines Kommunalpolitikers nur schwer vorstellen. Wie sieht ein typischer Tag bei dir aus?

Benjamin Alicic: Jeder Tag ist anders. Als Beispiel nehme ich einen Tag aus meiner regulären Schulzeit. In erster Linie habe ich morgens und nachmittags versucht, die Schule zu bewältigen und meine schulischen Aufgaben zu erledigen. Abends bin ich dann zu Terminen gegangen und habe versucht, mein politisches Engagement mit meinem Alltag zu verbinden. Aber kein Tag ist wie der andere. Manchmal hat man auch tagsüber Termine, dann muss man in der Schule Bescheid geben, dass man nicht kommen kann.

BV: Vor welchen Herausforderungen hast du als Abiturient gestanden, der sich gleichzeitig politisch engagiert?

Benjamin Alicic: Das große Problem ist das Zeitmanagement. Man muss damit rechnen, dass man an vielen Tagen sehr müde zur Schule kommt und insgesamt sehr erschöpft ist. Man versucht, eine Mammutaufgabe mit der anderen zu verbinden. Meine größte Herausforderung war es, meine Zeit zu planen und richtig zu koordinieren. Es ist möglich, aber es ist schon viel, besonders in Stressphasen wie dem Abitur.

BV: Wie nimmst du das politische Bewusstsein an der Bettinaschule wahr und welchen Stellenwert hat aus deiner Sicht der PoWi-Unterricht für das politische Bewusstsein?

Benjamin Alicic: Das hängt sehr vom einzelnen Menschen ab. Ich merke besonders in den jüngeren Jahrgängen, dass es einen gewissen Rechtsruck gibt, aber ich habe das Gefühl, dass es nach wie vor einen politischen Konsens an der Schule gibt, zum Beispiel über die Wichtigkeit der Menschenrechte. Es gibt einen Zusammenhalt und ein politisches Engagement, das ich mir auch weiterhin wünsche.

Zur zweiten Teilfrage würde ich sagen, dass der PoWi-Unterricht einen nur so weit bringen kann, wie die Person es zulässt. Wenn man sich auf den Unterricht einlässt, ist er eine gute Grundlage, um zu lernen, wie man mit verschiedenen Positionen umgeht und diskutiert. Ich würde politisches Engagement aber nicht vom PoWi-Unterricht abhängig machen. Aktiv zu werden ist eine Chance, sich selbst weiterzuentwickeln.

BV: Als junger Mensch bringst du sicherlich eine besondere Perspektive in politische Diskussionen ein. Für welche politischen Themen setzt du dich besonders ein und warum?

Benjamin Alicic: Meine zwei Steckenpferde sind zum einen Diversität, da ich selbst als queere Person in Frankfurt aufgewachsen bin und die Lebensrealität queerer Menschen kenne. Zum anderen ist es die Bildung. Mit diesem Thema hatte ich schließlich in den letzten 13 Schuljahren besonders intensiv zu tun. Der fehlende Stellenwert von Bildung zeigt sich leider auch in der Ausstattung und Instandhaltung der Schulen. Wir kennen das auch von unserer Schule: Die bauliche Instandhaltung hat sehr nachgelassen. Ich hatte das Gefühl, dass es wichtig ist, die Stimme der jüngeren Generationen einzubringen und Forderungen aus unserer Perspektive zu vertreten, etwa gut ausgestattete Schulen. Das sollte eigentlich Konsens sein, wird aber in dieser Form nicht umgesetzt.

BV: Wenn du morgen eine Sache in Frankfurt sofort verändern könntest – welche wäre das und warum?

Benjamin Alicic: Das Erste, was mir einfällt, ist die Finanzierung von Bildungsstätten, damit man dort optimal lernen kann. Gerade weil wir als Generation vor einigen politischen Herausforderungen stehen, beispielsweise der Wehrpflicht, finde ich es ein großes Armutszeugnis, dass wir in Bildungsstätten lernen müssen, die für mich sinnbildlich für Deutschland stehen: Wir müssen unter schlechten Bedingungen lernen. Das wäre daher das erste Problem, das ich angehen würde. Aber es gibt viele weitere Probleme, die genauso wichtig sind.

BV: Da du selbst politisch aktiv bist, kannst du die Situation junger Menschen in der Politik besonders gut einschätzen. Werden die Interessen junger Menschen ausreichend berücksichtigt?

Benjamin Alicic: Ich würde stark behaupten, dass das nicht der Fall ist. Wir sehen, dass die Partizipation auch auf kommunaler Ebene sehr schwächelt. Es fehlt an Zugängen, an Räumen und an Finanzierung für die politische Bildung verschiedener Gruppen. Daher würde ich sagen, dass es noch viel Nachholbedarf bei der politischen Beteiligung der Jugend gibt.

BV: Gibt es ein Erlebnis oder einen Moment in deiner politischen Arbeit, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Benjamin Alicic: Ein besonderer Moment war die letzte Plenarsitzung. Dort haben wir über einen Antrag im Zusammenhang mit Suchthilfezentren gestritten. Eine Dame hielt eine sehr menschenverachtende Rede und bezeichnete uns von der Linkspartei beim Verlassen des Podiums als „asozial“, weil wir angeblich nicht auf andere Meinungen hören würden. Das bezog sich darauf, dass meine Fraktionsvorsitzende ihre Rede unterbrochen hatte. Die Dame hatte suchtkranke Menschen in ihrer Rede als „Monster“ bezeichnet und sie durch weitere Ausdrücke entmenschlicht. Hier habe ich gemerkt, dass ich mich nicht in einem Diskussionszusammenhang befinde, in dem sachlich über verschiedene Aspekte eines Themas gesprochen wird, sondern dass man Menschen gegenübersitzt, die ein grundsätzlich anderes Menschenbild haben. Das hat mich sehr negativ bewegt. Andererseits hat mich diese Erfahrung darin bestärkt, politisch weiterzuarbeiten und mich einzubringen, weil so etwas für mich einfach nicht geht.

BV: Zum Abschluss möchten wir noch einen Blick auf deine persönliche Zukunft werfen. Kannst du dir vorstellen, eine politische Laufbahn einzuschlagen?

Benjamin Alicic: Politisch aktiv werde ich immer bleiben, weil ich ein politischer Mensch bin. Ob ich eine politische Laufbahn einschlage, hängt davon ab, ob ich den Eindruck habe, dass meine Stimme gebraucht wird. Dann würde ich natürlich gerne weiter in der Politik aktiv bleiben und vielleicht auch Ämter übernehmen. Aber das kann ich heute noch nicht sagen.

BV: Welchen Rat würdest du Jugendlichen geben, die sich ebenfalls politisch engagieren möchten?

Benjamin Alicic: Macht es einfach! Geht in die entsprechenden Räume und diskutiert, auch wenn es manchmal schwierig wird, weil man mit älteren Leuten spricht, die meinen, sie seien etwas Besseres oder hätten sowieso recht. Im Endeffekt sind alle gleichberechtigt, trotz unterschiedlicher Erfahrungen. Es ist zwar mit viel Stress und Zeit verbunden, aber man macht es gerne, weil man sieht, was es bewirkt. Macht es einfach!

BV: Vielen Dank für das interessante Gespräch und die spannenden Einblicke in dein politisches Engagement. Deine Erfahrungen zeigen, dass junge Menschen Verantwortung übernehmen können. Wir hoffen, dass dieses Interview unseren Leserinnen und Lesern einen interessanten Einblick in die Kommunalpolitik gegeben hat und sie vielleicht sogar motiviert, sich selbst gesellschaftlich oder politisch zu engagieren.

Für deinen weiteren Weg wünschen wir dir viel Erfolg und alles Gute.

Huda Shamsi (10d) im Gespräch mit Benjamin Alicic am 15.06.2026

Tempo ist nicht gleich Geschwindigkeit :-)

Bevor euch Yola aus der 7d von einem gelungenen Ausflug ihrer Klasse in die Physik-Abteilung des Uni-Campus Riedberg berichtet, erläutert Frau Chalazia, die Physiklehrerin der Klasse, genauer, worum es bei dem Thema des Tages – nämlich Tempo und Geschwindigkeit – eigentlich geht.
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Im Anfangsunterricht der Physik in der 7. Klasse lernen die Schülerinnen und Schüler grundlegende Themenbereiche wie Optik, Magnetismus, Wärmelehre, Elektrizitätslehre und Mechanik kennen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Kinematik, also der Bewegungslehre. Dieses Thema ist für den Physikunterricht besonders wichtig, da es an die Alltagsvorstellungen der Schülerinnen und Schüler anknüpft und wir dabei unsere Vorstellungen korrigieren und präzisieren können. Begriffe wie Tempo und Geschwindigkeit werden im Alltag oft verwendet, allerdings aus physikalischer Sicht sehr ungenau. In der Physik sind beide Begriffe klar definiert. Im Physikunterricht lernen wir, Bewegungen systematisch zu beschreiben und zu verstehen, worauf es dabei ankommt.

Um dieses Verständnis zu vertiefen, habe ich mit der 7d den Uni-Campus Riedberg als außerschulischen Lernort besucht. Dort konnten wir den Unterricht durch praktische Erfahrungen ergänzen und vor allem mit neuen experimentellen Möglichkeiten arbeiten, die im regulären Schulunterricht so nicht zur Verfügung stehen. Vor Ort – also an der Universität am Riedberg – wurden die Experimente von zwei Physikstudenten angeleitet, die die Versuche einführten, unterstützten und für Fragen zur Verfügung standen.

Wir arbeiteten dort in kleinen Gruppen an verschiedenen Stationen zum Thema Kinematik. Wir untersuchten beispielsweise die Bewegung eines Pendels, filmten und analysierten Bewegungsabläufe und setzten uns mit physikalischen Fragestellungen auseinander. Eine besonders anschauliche Station knüpfte an eine Szene aus dem Film „Speed“ an: Die Schülerinnen und Schüler untersuchten anhand eines Modells, mit welcher Geschwindigkeit ein Auto eine beschädigte Brücke überwinden könnte und welche Höhe und Weite dafür notwendig wären. Zudem führten wir ein Wettrennen mit Spielzeugautos durch, wobei das iPad als eine Art Lenkrad genutzt wurde.

Die iPads spielten eine zentrale Rolle, da sie zur Dokumentation der Experimente eingesetzt wurden. Wir nahmen unsere Versuche auf und konnten mithilfe spezieller Apps die Bewegungsabläufe genauer analysieren und besser erklären. Diese digitalen Werkzeuge ermöglichten eine vertiefte Auseinandersetzung mit den physikalischen Inhalten, und wir konnten die Zusammenhänge viel besser verstehen, weil diese Art des Lernens im normalen Unterricht oft nicht möglich ist.

Insgesamt bot der Ausflug eine wertvolle Ergänzung zum Unterricht, da er theoretische Inhalte mit praktischen Erfahrungen verknüpfte und den Lernenden einen motivierenden und anschaulichen Zugang zur Physik ermöglichte.

______________________________________Und so erlebte Yola als Schülerin den Tag:

Voller Vorfreude sind wir in den Tag gestartet – ein ganzer Tag nur Physik. Was gibt es Besseres?

Wir haben uns alle zusammen vor unserem Klassenraum – der 7d – versammelt und sind zum Ausflug an die Uni gestartet. Nach ein paarmal Umsteigen waren wir auch schon da. Erst einmal erschreckend: So viele Gänge, Stockwerke und Türen – wo müssen wir genau hin? Nach einer Weile haben wir dann aber den richtigen Raum gefunden und wurden sehr herzlich von zwei Physikstudenten begrüßt, die uns an diesem Tag angeleitet haben und für Fragen zur Verfügung standen.

Im Unterricht hatten wir zu dem Thema bisher kaum etwas gemacht, daher war vieles neu für uns. Und dann ging es auch schon los. Wir bildeten Zweiergruppen. Jede Gruppe durfte sich ein iPad und einen Aufgabenbogen nehmen und anschließend die fünf Stationen bearbeiten. Natürlich wurde uns vorher erklärt, wie wir mit den iPads umgehen sollten. Bei den Stationen ging es – allgemein gesagt – um Bewegung, also Kinematik und Mechanik, sowie um den Unterschied zwischen Tempo und Geschwindigkeit.

Die Stationen waren immer gleich aufgebaut:

  1. Filmen der Bewegung
  2. Eingabe aller wichtigen Daten und Informationen in eine App auf dem iPad
  3. Bearbeitung der entsprechenden Aufgaben im Aufgabenbogen

Die letzte Station war allerdings etwas anders und hat den meisten – vermute ich – am meisten Spaß gemacht. Wir konnten nämlich selbst kleine Autos steuern und fahren lassen. Auch dabei spielte die Physik natürlich eine wichtige Rolle, selbst wenn sie spielerisch mithilfe zweier Autos dargestellt wurde, die man mit den iPads steuern konnte. Außerdem konnten wir bei Fragen jederzeit nachfragen, und uns wurde alles noch einmal langsam und verständlich erklärt, sodass am Ende wirklich jeder etwas Neues gelernt hatte.

Im Endeffekt würde ich den Ausflug auf jeden Fall noch einmal machen wollen und kann ihn nur empfehlen. Es hat super viel Spaß gemacht, und das Thema Bewegung wurde sehr gut erklärt. Insgesamt ist Physik ein wichtiges Fach, mit dem man sich auch in seiner Freizeit beschäftigen kann, denn Physik spielt in unserem Alltag eine wichtige Rolle.

Yola, 7d

Nur noch 24 Stunden?! Theaterprojekt DS Q2 To

Was würdest du tun, wenn du nur noch 24 Stunden zu leben hättest? Diese Frage war das Herz der DS-Aufführung Q2 von Frau Tonscheidt – und die Einleitung zu einer spannenden Erzählung, die das Publikum am Montag, den 15. Juni 26, sofort in ihren Bann gezogen hat…

Mitten im pulsierenden Alltag der Großstadt treffen Träume auf Realität, Hoffnung auf Angst und Zufall auf Schicksal. Menschen eilen zur Arbeit, suchen nach Liebe, treffen Entscheidungen oder kämpfen mit ihren persönlichen Herausforderungen. Jede:r hat seine/ihre ganz eigene Geschichte — und doch ist das Leben von allen, die in diesem Theaterstück eine Rolle spielen, enger miteinander verbunden, als man zunächst ahnt. Einer von ihnen ist Rudolf, Gemüsehändler. Er hat noch 24 Stunden zu leben. Und jetzt?

Der Kurs hat das zeitgenössische Theaterstück „Auf der Greifswalder Straße“ von Roland Schimmelpfennig bearbeitet und insgesamt 37 Einzelszenen (!) entwickelt — das Endergebnis: Eine sehr facettenreiche, vielschichtige Theateraufführung. Mit Musik und Soundeffekten, wie etwa dem Ticken von Uhren oder dem Piepen eines Scanners an der Supermarktkasse, und einem mit viel Mühe und Detailreichtum erstellten Bühnenbild, wurde nicht nur die Geschichte des Gemüsehändlers Rudolf, sondern auch von vielen anderer Bewohnerinnen und Bewohner einer Großstadt lebendig. In der Aula waren ein Gemüseladen, eine Baustelle, eine Wohnung, ein Rewe-Markt und eine Bar gleichzeitig zu sehen. Die schauspielerische Leistung der Darsteller:innen sorgte beim Publikum für Berührung, Lachen, Nachdenklichkeit und einen herzlichen Applaus, als der Vorhang fiel. Von den spannenden Momenten und der Plot Twists mal ganz abgesehen.

Für mich persönlich war es ein unterhaltsames Erlebnis und eine definitiv gelungene Aufführung. Es war mal etwas anderes, als Redaktionsmitglied anwesend zu sein und vieles durch die Kamera zu betrachten — einmal war ich sogar gezwungen, zu fliehen, weil ich den Darstellerinnen den Weg durch die Stuhlreihen blockiert habe, durch die sie in der Szene rennen mussten 😉
Alles in allem möchte ich jeden dazu einladen, die Theateraufführung der DS-Kurse im nächsten Jahr zu besuchen, denn ich bin überzeugt: Es ist immer ein großartiges Erlebnis zu sehen, wie kreativ unsere Schüler:innen sind!

Lea Romina Hassel

Was denkst du? Perspektiven auf die WM 2026

Vom 11. Juni bis zum 19. Juli steht die Fußballwelt wieder Kopf: Die FIFA-Weltmeisterschaft bringt erneut Fans aus aller Welt zusammen und sorgt für viel Spannung, Emotionen und unvergessliche Momente.

Die diesjährige WM ist dabei eine ganz besondere, denn erstmals nehmen 48 statt bisher 32 Nationalmannschaften teil. Außerdem wird die Weltmeisterschaft in drei Staaten – Mexiko, Kanada und den Vereinigten Staaten – ausgetragen. Mit mehr Teams, mehr Spielen und einer größeren internationalen Vielfalt verspricht die diesjährige WM ein besonderes Ereignis zu werden.

Wie stehen die Schüler der Bettinaschule zur WM? Freuen sie sich auf das Ereignis? Verfolgen sie die Spiele mit Begeisterung oder stehen sie der WM kritisch gegenüber? Um das herauszufinden, haben wir uns an unserer Schule umgehört und nachgefragt – siehe Zitate. (Nicht alle Befragten wollten mit ihrem Namen genannt werden.)

Die Schnellumfrage zeigt, dass die Meinungen zur WM 2026 unterschiedlich ausfallen. Die Vorfreude auf das Turnier und besonders auf die Spiele der deutschen Nationalmannschaft ist bei vielen Schüler jedoch deutlich spürbar. Es bleibt abzuwarten, ob Deutschland die Erwartungen an einen Weltmeistertitel erfüllen kann – mitfiebern werden viele auf jeden Fall.

Huda Shamsi

„Die WM sorgt für den perfekten Sommer-Vibe.“ – anonym

„Ich finde die WM super, weil verschiedene Mannschaften sich miteinander messen können. Außerdem ist sie immer etwas ganz Besonderes, weil sie nur alle vier Jahre stattfindet.“ – Toni, 6a

„Die WM-Spiele sind für mich sehr spannend, aber ich finde es schade, dass die WM in Mexiko, Kanada und den USA stattfindet, weil viele Spiele sehr spät beginnen.“ – anonym

„Persönlich interessiert mich die WM nicht, aber ich kann verstehen, dass sich andere Leute dafür interessieren.“ – Luisa, 10c

„Ich schaue mir die WM-Spiele sehr gerne an, jedoch finde ich, dass die WM-Songs in diesem Jahr nicht besonders gelungen sind.“ – anonym

„Ich bin von dieser WM sehr begeistert, weil viele Nationen, die zum ersten Mal an einer WM teilnehmen, nun auch gegeneinander spielen können.“ – Alaeddin, 6d

„Es ist einmalig in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaften, dass ein Gastgeberland (die USA) während des Turniers gleichzeitig Krieg führt.“ – Christoph Rosner (Rs)

Podium Zukunft: Bettinaschüler:innen spielen in der Alten Oper

Vielleicht habt ihr es mitbekommen: Am Sonntag, den 26. April 2026, fand das Schulphilharmonie- Projekt in der Alten Oper Frankfurt statt. Dort haben vier Schulen aus Frankfurt gemeinsam ein Konzert gespielt (also nicht einzeln nacheinander) – vor über 1000 Leuten. Und ratet mal, wer auch dabei war? Unsere Schule! 150 Schüler:innen verschiedener Schulen, von denen sich viele vorher untereinander nicht kannten, haben es geschafft, gemeinsam ein Konzert auf die zu Beine stellen. Wie das funktionieren kann, darüber möchte ich gerne berichten.

Zuallererst muss man sagen: Es braucht unglaublich viel ZEIT. Wir haben als Musiker:innen der Bettinaschule fast ein ganzes Schuljahr für dieses Konzert geprobt! Jede Woche werden die gleichen Stücke hoch und runter gespielt, monatelang. (Klingt schlimm, aber so schlimm war´s dann auch wieder nicht). Die echte Vorbereitungsphase kam in den letzten Wochen vor dem Konzert, denn da haben wir dann auch angefangen, mit den anderen Schulen im Konservatorium zu üben. Am Anfang war ich mir nicht sicher, wie es sein wird, mit den neuen Orchestermitgliedern klarzukommen, weil es ja auch große Altersunterschiede gab, aber alle Sorgen waren unbegründet. Die Leute waren alle supernett und es gab wirklich keine Probleme! Ich fand es sehr cool, mit so vielen Personen zu spielen, 150 Schüler in einem Raum, stellt euch das mal vor!

Was vor allem viel Zeit in Anspruch genommen hat war, dass wir uns mit vier sehr besonderen Stücken beschäftigt haben: Zuerst kam Schostakovics ,,Walzer“ mit einem Saxofon-Solo. Danach kam das bisher schwerste Stück, nämlich Schuberts ,,Unvollendete“, die deshalb so komplex war, weil wir sie nach Originalnoten spielen mussten – für ein Schulorchester schon sehr unüblich. Den Abschluss haben wir dann mit ,,Finlandia“ von Jean Sibelius gemacht. „Finlandia“, vielleicht den meisten von euch nicht so bekannt, ist eine sinfonische Dichtung, die 1899 geschrieben wurde und tief in der finnischen Geschichte verwurzelt ist. Sie entstand als musikalischer Protest gegen die russische Zensur und Zarenherrschaft, und wurde zu einem Symbol für Finnlands Streben nach Unabhängigkeit. Als letztes Stück kam dann ,,Musik, Musik“, ein Auftragswerk des hessischen Kultusministeriums.

Und irgendwann war es soweit: DAS KONZERT begann.

Die meisten von euch haben wahrscheinlich keine Ahnung, wie groß die Alte Oper von der Bühne aus aussieht… sehr groß! Und bestimmt haben die wenigsten von euch jemals vor über 1000 Leuten gespielt! Ja, das sind viele Menschen. Ich hatte die paar Tage vorher auch schon echt ein bisschen Angst, mich vor so vielen Menschen zu verspielen, aber am Ende lief der ganze Tag super! Nicht verspielt, nicht blamiert, nicht kurz vorher krank geworden…

Wir mussten alle früh aufstehen, weil die Vorstellung leider nicht abends, sondern vormittags war. Wir hatten unsere eigenen kleinen Künstlergarderoben, darin war die Atmosphäre schon eher aufgeregt, doch als es dann so weit war, lief alles ganz nach Plan. Niemand hat seine Einsätze verpasst, alle haben so gespielt, wie sie sollten, und Nikolai Bernstein (der Dirigent) hat sich am Ende noch einmal herzlich bedankt.

Die ganze Probenzeit, die aufwändige Vorbereitung, die ganze Arbeit – alles hat sich echt gelohnt. Es war ein super Gefühl, den Applaus der 1000 Menschen zu hören und all diese Gesichter im Publikum zu sehen. Wir hatten so einen tollen Sound und klangen richtig gut. Ein echt einmaliges Erlebnis, das viele von uns aus dem Orchester sicherlich noch mal erleben möchten. An alle, die an so etwas auch mal teilhaben möchten: Kommt doch ins Orchester der Bettinaschule und macht mit! ; )

Raphael Wallbott

Geliebte Nervensägen! Unsere Geschwister…

„Jetzt hat er mir schon wieder mein Heft weggerissen! Jetzt singt er schon wieder genau in dem Moment, in dem ich mich wirklich konzentrieren muss, laut irgendeine Fußballhymne! Jetzt hat er schon wieder …!“

Vielleicht seid ihr auch das „große“ Geschwisterkind in eurer Familie und kennt solche Situationen, wie ich sie mit meinem Bruder erlebe. Manchmal will man dieses kleine (oder große) „Biest“ einfach nur auf den Mond schießen! Trotzdem denkt man oft: „Gut, dass ich ihn habe.“ Ich meine: Was wäre ein langweiliger Familienspaziergang („in der wunderschönen Abendsonne …“), wenn man unterwegs nicht mit dem kleinen Bruder Stadt, Land, Fluss spielen könnte? Oder eine ellenlange Fahrt im stickigen Auto, in der man sich vor lauter „Ich-werde-gleich-verrückt“-Gefühl kaum noch retten kann, wenn man sich allein mit den Eltern über die Musik oder das Hörspiel streiten muss statt mit ihm? Dann findet man doch irgendwie: „Schön, dass er da ist.“

Es fühlt sich dann manchmal so an, als würde man Achterbahn fahren. Hoch, runter, hoch, runter und vielleicht noch ein kleiner Looping. Heute ist es so, morgen wieder anders. Jetzt ist alles prima, und morgen ärgert er einen wieder bis zum Gehtnichtmehr. Das sind zumindest meine Erfahrungen mit meinem kleinen Bruder. Sagen wir es mal so: Wir sind nicht immer ein Herz und eine Seele. Es gibt aber Geschwister, die sich (fast) immer wirklich gut verstehen. Aber warum ist das so?

Mittlerweile glauben Forscherinnen und Forscher, dass es weniger vom Geschlecht, dem Charakter, dem Altersabstand oder der Geburtenreihenfolge abhängt, wie gut sich Geschwister verstehen. Wichtiger ist vielmehr, wie die Eltern mit ihren Kindern umgehen, wie sie ihnen beibringen, Konflikte zu lösen, und wie sie aus ihnen ein Team machen. Was für Eltern oft gar nicht so leicht ist, wenn ein, zwei, drei, vier oder sogar fünf Kinder gleichzeitig etwas von ihnen wollen.

Die einen können sich voreinander kaum retten, und die anderen sind am Boden zerstört, wenn sie sich auch nur für kurze Zeit nicht sehen. Und spielt es eigentlich eine Rolle, ob man der oder die Älteste oder der oder die Jüngste ist? Die Großen sind die Vernünftigen, die Kleinen die Nesthäkchen und die Mittleren diejenigen, die es allen recht machen wollen. In diese Schubladen hat man Geschwister früher gerne eingeteilt. Aber so einfach ist das natürlich nicht.

Die meisten Geschwister sind täglich zusammen und damit im Wettstreit um dieselben Dinge: den letzten Schokokeks, das iPad, die Aufmerksamkeit der Eltern oder die Kuscheldecke. Und das ist anstrengend. Ständig muss man verhandeln und diskutieren, nachgeben oder recht behalten. Also kann man das alles nicht so genau sagen. Letztendlich hat man seine Geschwister dann doch irgendwie lieb.

Bekannte Geschwisterpaare, die viele von euch kennen, sind zum Beispiel Hanni und Nanni, die Ehrlich Brothers, die Brüder Grimm, die Geschwister Scholl und Hänsel und Gretel.

(Quelle: CheckPod – der Podcast mit Checker Tobi)

Sophia Scardillo, 6a

Lehrerin des Monats Juni: Frau Rettenmaier

Für den Monat Juni haben Schülerinnen und Schüler der Redaktion Frau Rettenmaier zur „Lehrerin des Monats“ gewählt. In dieser Rubrik stellen Redaktionsmitglieder Lehrerinnen und Lehrer vor, die ihnen besonders aufgefallen sind – zum Beispiel, weil sie interessante Projekte durchgeführt haben, außergewöhnliche Unterrichtsmethoden nutzen oder ihr Unterricht besonders anregend und interessant ist.


BV: Wer sind Sie, woher kommen Sie und was wissen die meisten noch nicht über Sie?

Frau Rettenmaier: Mein Name ist Maria Rettenmaier und ich bin Musik- und Spanischlehrerin an der Bettinaschule. Ich komme aus Augsburg, das liegt in Bayern, und die meisten Leute wissen nicht, dass meine Muttersprache Katalanisch ist.

BV: Was ist Katalanisch?

Frau Rettenmaier: Katalanisch ist eine Sprache, die man in Spanien spricht, denn man spricht dort nicht nur Spanisch. Man spricht auch Baskisch, Galicisch und noch einige kleinere Sprachen.

BV: Warum sind Sie Lehrerin geworden?

Frau Rettenmaier: Mir macht es großen Spaß, mein Wissen und meine Liebe zur Musik mit Schülerinnen und Schülern zu teilen und ihnen die Freude daran mit auf den Weg zu geben. Deswegen bin ich Lehrerin geworden.

BV: Wenn Sie etwas Alltagspraktisches erfinden könnten, was wäre das?

Frau Rettenmaier: Es wäre ein Gerät, das dafür sorgt, dass ein Instrument sofort perfekt gestimmt ist, sobald man mit ihm durch die Tür der Aula geht. Es dauert nämlich immer sehr lange, bis alle ihre Instrumente gestimmt haben und wir mit den Proben beginnen können.

BV: Lesen Sie das Bettiversum?

Frau Rettenmaier: Ja, manchmal!

BV: Wenn Sie etwas am Schulsystem ändern könnten, was wäre das?

Frau Rettenmaier: Mehr Zeit für Projekte und kürzere Schultage. Wenn wir Big-Band-Konzerte haben, müssen wir zum Beispiel immer nachmittags proben. Die Schülerinnen und Schüler haben lange Unterricht und dann sind sie und ich meist noch bis 18 Uhr in der Schule. In diesen Zeiten bleibt nur wenig Zeit für andere Hobbys, das Üben oder Sport. Und je älter die Schülerinnen und Schüler werden, desto weniger Zeit haben sie für ihre Selbstentfaltung.

BV: Ja, das stimmt! Sogar bei uns ist das schon so. Montags haben wir neun Stunden – und das in der 6. Klasse! Welche Instrumente spielen Sie denn und seit wann?

Frau Rettenmaier: Ich habe mit vier Jahren angefangen, Geige zu spielen. Ich habe es mit der Suzuki-Methode gelernt. Das ist eine Lernmethode speziell für kleine Kinder, bei der sie das nachmachen sollen, was ihre Eltern vormachen. Das funktioniert so, als würde man eine Sprache als Muttersprache lernen. In meinem Fall hat mein Vater gleichzeitig mit mir zusammen das Geigenspielen gelernt.

In der Grundschule habe ich dann Blockflöte im Unterricht gelernt. Danach kamen Sopran-, Alt-, Tenor- und Bassflöte hinzu. Mit elf Jahren habe ich angefangen, Klavier zu spielen, und im Studium dann noch ein bisschen Schlagzeug. Und gerade habe ich begonnen, Posaune zu lernen.

BV: Das sind aber sehr viele Instrumente!

Frau Rettenmaier: Stimmt, aber ich mache das nicht, weil ich auf all diesen Instrumenten besonders gut werden möchte, sondern weil ich verstehen möchte, wie sie funktionieren. Dadurch kann ich den Klassenorchestern Hilfe und Unterstützung geben, zum Beispiel bei den Griffen. Außerdem kann ich so besser nachvollziehen, wie ein Blasinstrument aufgebaut ist. Ich spiele nicht alle diese Instrumente wirklich gut. Richtig gut spiele ich Geige, Bratsche und Klavier.

BV: Was mögen Sie an der Bettinaschule und was nicht?

Frau Rettenmaier: Oh, viele verschiedene Dinge. Ich schätze an der Bettinaschule, dass sie sehr zentral in der Stadt gelegen ist. Unsere Schülerschaft ist sehr vielfältig und sympathisch. Ich freue mich darüber, dass diese Schule den Musikschwerpunkt unterstützt und dass wir hier die Möglichkeit haben, so viel Musik in all ihren Facetten mit euch zu machen und euch diese näherzubringen. Wir machen an der Bettinaschule nicht nur „ein bisschen Musik“, sondern veranstalten wirklich schöne Konzerte. Wir können euch die Möglichkeit bieten, kreativ zu sein, und laden häufig auch Künstlerinnen und Künstler von außen ein, zum Beispiel das Ensemble Modern. Ich bin außerdem der Überzeugung, dass Musik verbindet.

BV: Warum ist Ihnen Musik außerdem wichtig?

Frau Rettenmaier: Wenn man sich längere Zeit auf eine Sache konzentriert, wie es das Erlernen eines Instruments erfordert, entwickelt man auch in anderen Lebensbereichen mehr Durchhaltevermögen. Die Musik bietet uns diese Möglichkeit. Gemeinsam zu musizieren erfordert außerdem Verantwortung, und das stärkt die Klassengemeinschaft, denn jeder muss etwas dazu beitragen, damit etwas Großes entstehen kann.

BV: Wo haben Sie Ihr Referendariat gemacht?

Frau Rettenmaier: Hier, an der Bettinaschule. Und dann bin ich einfach geblieben. Eine Musiklehrerin, meine Vorgängerin, ist in Pension gegangen und ich durfte ihre Stelle übernehmen – zusammen mit der Big Band.

BV: Wohin würden Sie gerne einmal reisen?

Frau Rettenmaier: Ich bin schon sehr viel gereist. Mich interessieren vor allem die Kultur und die Sprache eines Landes, wobei ich in vielen asiatischen Ländern natürlich kaum etwas verstehe. Ich war zum Beispiel letztes Jahr auf den Philippinen. Dort gibt es sprachliche Einflüsse aus dem Spanischen, und das fand ich sehr interessant. Außerdem interessiere ich mich für Tanzmusik aus aller Welt. Deshalb habe ich ein Problem: Am liebsten würde ich alle Länder einmal besuchen.

BV: Wie sähe Ihr perfektes Konzert aus?

Frau Rettenmaier: Ein perfektes Konzert wäre für mich, wenn bei den Sonderproben alle Schülerinnen und Schüler rechtzeitig anwesend sind, niemand krank wird, alle gut geübt haben und ich mir keine Sorgen machen muss, dass etwas oder jemand fehlt oder ein Instrument kaputtgeht. Und natürlich, dass alle mit guter Laune ins Konzert gehen!

BV: Vielen Dank für das Interview!

Lena Schmidt und Sophia Scardillo

Einfach und schnell: Muffins für alle Anlässe

Muffins „gehen immer“. Hier ein ganz einfaches Rezept, wenn es mal schnell gehen soll:

Du benötigst:

150g Zucker
125g Butter
1 Packung Vanillezucker
1 Prise Salz
2 Eier
150g Mehl
100ml Milch
100g geriebene Nüsse
50g gehackte Schokolade (Man kann auch Backkakao nehmen. Dann sind die Muffins nur etwas dunkler.)

So geht’s:

Die Butter, den Zucker, den Vanillezucker und das Salz verrühren. Jetzt die Eier dazugeben.Danach die Milch dazumischen. (Hasel-) Nüsse und Schokolade hinzugeben. Dann Mehl und Backpulver vorsichtig unterheben. Und am Schluss den Teig in Muffin-Förmchen geben und bei 160/170 ° C Ober- u. Unterhitze auf der 3. Ebene im Backofen 20- 25 Minuten backen.

Sophia Scardillo

Von Walen und Menschen

Wale sind faszinierende Giganten der Meere. Sie gehören zu den größten Lebewesen der Welt und besitzen höchstwahrscheinlich sogar eine eigene Sprache. Außerdem haben sie einen speziellen Pfiff als „Namen“ und verfügen möglicherweise über eine Art Alphabet. Was bisher unvorstellbar schien, könnte in Zukunft denkbar werden: Aufgrund dieser besonderen Fähigkeiten könnte es eines Tages sogar möglich sein, dass wir Menschen mithilfe von künstlicher Intelligenz und der rasanten Entwicklung von Sprachprogrammen mit Walen kommunizieren können.

Wir Menschen gelten als besonders empfindsame Lebewesen. Wir können viele verschiedene Emotionen wie Trauer oder Freude empfinden, doch wir sind nicht die einzigen Lebewesen mit dieser Fähigkeit. Auch Affen, Elefanten und eben Wale sind sehr empfindsam. Sie gehen zum Beispiel enge Bindungen mit ihren Jungen ein und bilden lebenslange Familienverbände, in denen sie miteinander spielen und voneinander lernen. Forscherinnen und Forscher haben außerdem beobachtet, wie Buckelwale Robben vor angreifenden Orcas retteten, indem sie sie auf ihrem Rücken in Sicherheit brachten. Wale sind also sehr soziale und fürsorgliche Tiere. Das hängt unter anderem mit den sogenannten spindelförmigen Neuronen zusammen. Dabei handelt es sich um Nervenzellen im Gehirn, die für die Verarbeitung von Gefühlen zuständig sind.

Doch es gibt auch Schattenseiten im Leben der Wale – und daran sind wir Menschen schuld.

Wale orientieren sich mithilfe der Echoortung. Diese ist für die Jagd und die Orientierung lebenswichtig. Schiffe verursachen unter Wasser jedoch sehr viel Lärm durch ihre Motoren und Propeller. Das hat zur Folge, dass das Orientierungs- und Kommunikationssystem der Wale gestört wird. Dadurch können sie Beute oder Hindernisse nicht mehr gut wahrnehmen oder verirren sich, wie beispielsweise der gestrandete Wal in der Ostsee in diesem Frühjahr. Das war leider kein Einzelfall: Jährlich sterben über 300.000 Wale durch menschliche Einflüsse. Dazu gehören unter anderem die Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll, der Walfang und vor allem der Beifang in der Fischerei.

Beifang und Fischerei gehören zu den Hauptgründen, warum jedes Jahr Hunderttausende Wale sterben. Da sich die Tiere durch den zunehmenden Lärm im Meer nicht mehr so gut orientieren können wie früher, geraten sie immer häufiger in Fischernetze. Dort verenden sie, weil sie nicht mehr an die Wasseroberfläche gelangen und keine Luft bekommen. Das ist mehr als traurig.

Wenn du den Walen helfen möchtest, kannst du einiges tun – jedes noch so kleine Bisschen hilft. Gemeinsam können wir dazu beitragen, diese faszinierenden Meeressäuger zu schützen.

So kannst du helfen:

• Iss weniger Fisch oder achte auf nachhaltige Fischerei.
• Kaufe nachhaltige und umweltfreundliche Produkte.
• Unterstütze Patenschaften oder Meeresschutzorganisationen.
• Kläre andere Menschen über Wale und ihre Bedrohungen auf – auch das hilft!
• Vermeide Plastikmüll und achte auf einen bewussten Umgang mit Ressourcen.

Zusammen können wir dazu beitragen, die Wale und ihre Lebensräume zu schützen.

Lena Schmidt